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Hünensteinverein stößt an seine Grenzen

Hoch die Tassen! Die Frauentagsfeier des Hünensteinvereins ist noch ein fester Termin im Veranstaltungskalender. Von anderen Festen musste man sich schon verabschieden, sagt Karin Loll (links).
Hoch die Tassen! Die Frauentagsfeier des Hünensteinvereins ist noch ein fester Termin im Veranstaltungskalender. Von anderen Festen musste man sich schon verabschieden, sagt Karin Loll (links).
Tobias Lemke

Ein Neuanfang im Mildenitzer Dorfverein glückte zwar im Vorjahr, dennoch haben die Mitstreiter zu kämpfen. Zu viel Arbeit verteilt sich auf zu wenig Schultern. Das Pensum früherer Jahre schaffen die "Hünensteiner" nicht mehr.

Auf der Kippe steht der Hünensteinverein aus Mildenitz nicht. Das betont Vorstandsmitglied Karin Loll klipp und klar. Die Alarmglocken muss sie dennoch schrillen lassen. „Wir brauchen unbedingt mehr Mitglieder“, sagt Loll. Derzeit gibt es zehn Aktive. Das sei einfach zu wenig. Denn nur mit einer Handvoll Helfern etwas zu organisieren ist schwer. Im Ergebnis müssen Abstriche gemacht werden. Hatte es bis vor zwei Jahren etwa noch ein Sommerfest im Dorf gegeben, so können sich die zehn Vereinsmitglieder aktuell nicht vorstellen so eine Veranstaltung wieder auf die Beine zu stellen.

Erst im Vorjahr hatte der Verein eine Verjüngung durchgemacht und sich der Vorstand neu aufgestellt. Dass die Jungen auch weiterhin fürs kulturelle Dorfleben sorgen wollen, haben sie am Wochenende zur nachträglichen Frauentagsfeier bewiesen. Einladungen schreiben, Tischdeko basteln, Einkauf und Bewirtung und danach Aufräumen - hinter so einer Veranstaltung steckt mehr Arbeit als man denkt. „Daher sind wir auch froh, dass wir ein paar weitere Helfer dabei hatten, denen die Frauentagsfeier wichtig ist“, dankt Loll. Auf eine Vereinsmitgliedschaft ließen sich die Unterstützer aber nicht festnageln. Bei der Entscheidung spiele weniger das Geld eine Rolle - die Mitgliedschaft im Hünensteinverein kostet 12 Euro pro Jahr - als vielmehr der Zeitfaktor. „Wer Kinder hat oder in einem Sportverein ist, dem wird es einfach zu viel“, erklärt Loll.

Austausch mit der Uckermark?

Dabei ist der Dorfverein kein reines Festkomitee. Wichtig ist den Mitgliedern auch das Vereinsleben. So fand im Vorjahr zum Beispiel das Hünenstein-Wandern statt. Beim Ausflug mit Picknick ging es zum Namensgeber des Vereins, dem bekannten Findling bei Mildenitz. Gerne würden die „Hünensteiner“ auch eine alte Tradition wieder aufleben lassen und sich mit den uckermärkischen Nachbarn vom Kulturverein aus Wolfshagen treffen. In vergangenen Jahren hatte man jeweils im Wechsel ein Grenzfest ausgerichtet. Auch dafür bräuchte es mehr Mitstreiter aus Mildenitz oder den umliegenden Dörfern Hornshagen, Groß Daberkow und Carlslust.

Zu allem Überfluss will die Stadt Woldegk nach der Fusion mit der ehemaligen Gemeinde Mildenitz den Festsaal am liebsten in die Hände des Hünensteinvereins übergeben. „Aber das können wir nicht stemmen“, sagt Loll.