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Hundesport mit langer Tradition

Dieter Holtemayer läuft mit „Tabby“ im Slalom um die anderen. Auf dem Trainingsplatz finden viele Übungen in Gemeinschaft statt, so dass die Tiere auch ein Sozialverhalten untereinander entwickeln, erklärt Sabine Bednarz (mit im Bild).  FOTO: Tobias Lemke

VonTobias LemkeDer HSV Mirow wurde vor 50Jahren gegründet. In dieser Zeit haben sich Verein und die Trainings- arbeit mit den Tieren gewandelt. Im ...

VonTobias Lemke

Der HSV Mirow wurde vor 50Jahren gegründet. In dieser Zeit haben sich Verein und die Trainings- arbeit mit den Tieren gewandelt. Im Jubiläumsjahr wird zudem die Landes- meisterschaft in Mirow stattfinden.

Mirow.„Wenn ich nicht die Hunde zum Hobby gemacht hätte, wäre ich Angler geworden“, sagt Dieter Holtemayer ganz schnörkellos. Dass der Starsower dann aber doch auf den Vierbeiner gekommen ist, dafür können ihm viele Hundesport-Begeisterte in der Region danken und sich glücklich schätzen, dass der Sport in Mirow auf eine nunmehr 50 Jahre andauernde Tradition zurückblicken kann.
Begründet wurde diese Tradition nämlich durch Dieter Holtemayer und Reinhard Mewes am 26. Juli 1963, wie auf der Gründungsurkunde des Hundesportvereins (HSV) Mirow zu lesen ist. Beide Männer waren seit ihrer Jugend begeisterte Hundesportler und haben zunächst in Neustrelitz trainiert. „Unsere Tiere konnten ja anfangs nur ein paar kleine Kunststückchen, aber wir wollten mehr und intensiver mit ihnen üben“, erinnert sich Holtemayer. Fürs Moped habe er sich damals einen Kastenanhänger gebaut, um mit den Hunden nach Neustrelitz fahren zu können. Bald aber sei er mit seinem Freund Reinhard Mewes übereingekommen, in Mirow einen eigenen Verein zu gründen. „Wir haben sechs weitere Interessierte gefunden. Es mussten mindestens sieben Leute für die Vereinsgründung sein“, erklärt Holtemayer.
Den Neustrelitzer Hundesportverein gibt es inzwischen nicht mehr. Der Mirower Verein jedoch konnte wachsen. Bald kamen neue Mitstreiter aus Rechlin, Vipperow, Wesenberg und anderen benachbarten Orten hinzu. Heute hat der HSV 43 Mitglieder – eine gute Zahl, zeigt sich Dana Awe, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, zufrieden. Dennoch plage den Verein wie viele andere aber auch ein Nachwuchsproblem. Denn es fehle vor allem an jungen Mitstreitern, sagt Awe. Den Einstieg in den Hundesport will der HSV so zum Beispiel mit der Welpen- und Junghundeschule einfacher gestalten. Ab dem richtigen Alter wird dann für die Begleithundprüfung sowie für die Internationale Gebrauchshundeprüfung im Verein trainiert. Auch die Teilnahme an Meisterschaften sowie an Pokalwettbewerben gehört dazu.Vom kleinen Dackel-Spitz-Mischling über den Schäferhund bis hin zum großen Wolfshund stehe dabei in Mirow alles auf dem Trainingsplatz.

Verleiter erhöht den Schwierigkeitsgrad
„Die Begleithundprüfung bildet die Basis für alles“, erklärt die Vereinsvorsitzende Sabine Bednarz. Dabei wird die Unterordnung wie das Platz- und Sitzmachen kontrolliert sowie bei einem Verkehrsteil das Verhalten des Tieres in Alltagssituationen getestet. Der Halter muss zudem eine schriftliche Prüfung ablegen. Die Gebrauchshundeprüfung mit den Teilbereichen Fährtenprüfung, Unterordnung und Schutzdienst gebe es dann in jeweils drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Könne man bei der Fährtensuche Stufe 1 noch selbst eine Spur für sein Tier legen, so wird die Fährte bei gesteigertem Schwierigkeitsgrad länger und von einem Fremden gelegt, nennt Sabine Bednarz ein Beispiel. Auch gebe es Sportfreunde, die sich auf einen Teilbereich spezialisieren. Ganz schwierig werde es beim Fährtenhundesport etwa wenn noch ein sogenannter „Verleiter“ zum Einsatz kommt. Der soll nämlich, wie der Name es sagt, den Hund dazu verleiten, einer falschen frischen Fährte zu folgen, indem er nochmals über eine bereits ausgelegte Fährte geht. „Damit da nicht der frische Geruch interessanter für den Hund wird, ist sehr viel und intensive Fleißarbeit nötig. Aber die fördert dann auch die gute Nasenveranlagung des Hundes“, erklärt die Vereinsvorsitzende.
Bei allem stehe jedoch der Spaß im Vordergrund. Generell sei in den vorigen 50 Jahren die Entwicklung weg vom reinen Abrichten des Tieres hin zum motivierenden, spielerischen Lernen gegangen. „Das ist auch kein knallhartes Training hier bei uns“, erzählt Sabine Bednarz, dass ebenso das Vereinsleben sowie der Austausch mit Gleichgesinnten Hundebesitzern ein wichtiger Aspekt bei einer Mitgliedschaft sei. Hilfe kann und konnte der HSV so zum Beispiel auch für Halter mit auffälligen „Problemhunden“ anbieten und dem Tierheim schon den einen oder anderen guten Ratschlag geben.
Ein wenig Ehrgeiz, wird bei der Frage nach den sportlichen Erfolgen in Vereinsgeschichte, dann aber doch bei den Mitgliedern geweckt. Die Erfolge waren und sind zwar da, beispielsweise zweite Plätze bei den damaligen Bezirksmeisterschaften, aber ein Titelgewinn lasse noch auf sich warten. „Nach 50 Jahren wird’s mal Zeit“, meint Sabine Bednarz schmunzelnd. Aber es gebe eben ausgewiesene Meisterschaftshunde, und dazu zählen viele der Hunderasse im HSV Mirow nicht, der sich als breit aufgestellter Verein für alle Rassen versteht.
Dennoch – Gelegenheit für Titelgewinn hat der HSV Mirow eventuell vor heimischen Publikum bei den diesjährigen Landesmeisterschaften, bei der die 20 besten Hunde Mecklenburg-Vorpommerns am 28. und 29. September um den Titel kämpfen werden. Anlässlich des 50.Vereinsjubiläums werden die Landesmeisterschaften dieses Mal in Mirow ausgetragen.

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