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„Ich schäme mich für die Geschichtsvergessenheit“

VonAndré GrossHorst Conradt, Chef der Kachelofenfabrik und Daniel-Sanders-Preisträger, verlässt aus Protest den Strelitzer Kulturbeirat.Neustrelitz.„Ich ...

VonAndré Gross

Horst Conradt, Chef der Kachelofenfabrik und Daniel-Sanders-Preisträger, verlässt aus Protest den Strelitzer Kulturbeirat.

Neustrelitz.„Ich schäme mich für die Geschichtsvergessenheit der derzeitigen Demokraten und werde mich an der Missachtung kulturell verantwortlichen und geschichtsbewussten Engagements nicht beteiligen.“ Mit diesem schriftlichen Statement ist Horst Conradt aus dem Mecklenburg-Strelitzer Kulturbeirat ausgetreten.
Der bekannte Chef der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz und Träger des Daniel-Sanders-Kulturpreises 2000 reagierte auf die Empfehlung des Kulturausschusses des Kreistages, die Kulturpreise der Altkreise zu kassieren und dafür einen Kulturpreis für die gesamte Seenplatte zu schaffen (der Nordkurier berichtete). „Die 1848-er Demokraten um Daniel Sanders werden sich einmal mehr im Grab herumdrehen“, kommentierte Conradt.
Der Strelitzer Kulturbeirat ist im Sommer 2011 durch Landrat Heiko Kärger (CDU) bestellt worden, weil die Reichhaltigkeit der Kultur in Mecklenburg-Strelitz „mehr als ein Pfund ist, mit dem es zu wuchern gilt“, wie es seinerzeit hieß. Kärger habe sich nach seiner Wiederwahl nicht mehr um den Beirat gekümmert, der viele Vorschläge für die Kulturarbeit im Landkreis entwickelt habe, die aber nie Eingang in den politischen Entscheidungsprozess gefunden hätten.
Es sei bewusst in Kauf genommen worden, so Conradt, dass Engagement ins Leere laufe. Die jetzt anstehenden Entscheidungen würden getroffen, ohne den Kulturbeirat anzuhören. Das stehe nicht nur dem Aufwand der Beiratsmitglieder, sondern auch dem jahrelangen Wirken der Initiativgruppe Daniel-Sanders-Tag „vollkommen entgegen“.

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andregross@nordkurier.de