Gewässerschutz
Im Grünower See werden Nitrat und Phosphat ausgesperrt

Der Grünower See wird seit Jahren genau beobachtet, denn seine Wasserqualität ist bedenklich.  
Der Grünower See wird seit Jahren genau beobachtet, denn seine Wasserqualität ist bedenklich.
Nationalpark

Hilfe für den überdüngten Grünower See bahnt sich an. Über eine Pilotanlage soll der viel zu hohe Phosphoreintrag in das Gewässer verringert werden.

Vom Blaualgen-Alarm blieb der Grünower See in dieser Badesaison verschont. Was nicht bedeutet, dass sich die Qualität des Wassers nun dauerhaft verbessert hat. Vielmehr blieb der See mangels Niederschlägen und geringer Pegelstände in den Zuflüssen von weiteren Nährstoffeinträgen verschont. „Seit Juli kam im Grünower See kein Wasser mehr über den Godendorfer Mühlenbach an. Und obwohl es sehr warm war, fand kein Algenwachstum statt. Daraus ist zu schließen, dass der Nährstoffeintrag fehlte“, sagt Hendrik Fulda vom Jugendwaldheim.

Die Bildungsstätte des Nationalparkamtes liegt genau am Ufer des Grünower Sees. Die anhaltende Kritik an der miesen Wasserqualität sorgte dafür, dass der See unter Beobachtung gestellt wurde. Seit dem Jahr 2014 befasst sich unter Federführung des Schweriner Landwirtschaftsministeriums eine Arbeitsgruppe mit dem Gewässer. Ihr gehören Vertreter des Nationalparks, des Naturparks Feldberger Seenlandschaft, des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, anliegender Gemeinden sowie der unteren Wasserbehörde an.

Bislang noch nichts umgesetzt

Untersuchungen ergaben, dass jährlich mehr als eine halbe Tonne Phosphor in den See gelangt. Laut Landwirtschaftsministerium sind dafür zu gleichen Teilen Kläranlagen und Regenwassereinleitungen sowie landwirtschaftliche Drainagen verantwortlich.

Um den See wieder in seinen natürlichen Zustand zu versetzen, müsste diese Menge um die Hälfte reduziert werden. Doch bislang blieben Maßnahmen aus. Seit der letzten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe sieht es nun so aus, als käme Bewegung in die Sache. „Es werden Gespräche mit den Betreibern der Kläranlage in Dolgen und der dortigen Schweinemastanlage geführt. Sie gelten als Hauptbelastungsquellen“, sagt Joachim Kobel vom Nationalparkamt. Zudem schlägt das Landwirtschaftsministerium vor, Senken wieder als natürlichen Rückhalt zu nutzen und sie nicht weiterhin über Drainagen in den Grünower See zu entwässern. Zudem sollen versuchsweise Gräben reaktiviert werden.

Vom Land gefördert

„Dabei werden vorhandene, offene Gräben abschnittsweise abgeteilt. Der erste Teil wird mit Holzhackschnitzeln gefüllt, was bei Durchsickern des Drainagewassers zu einem Abbau des Nitrats führt. Der zweite Abschnitt enthält eisenhaltiges Material, das vorhandenes Phosphor binden soll. Da diese Anlagen erstmals im Land zum Einsatz kommen, sollen sie wissenschaftlich intensiv begleitet werden“, erklärt Martina Plothe, Pressesprecherin im Landwirtschaftsministerium. Die Anlagen könnten zu hundert Prozent vom Land gefördert werden.