Kultur

▶ Immergut-Festival sendet ein Lebenszeichen

Zu ungewohnter Zeit und unter besonderen Bedingungen ging das Immergut-Festival in Neustrelitz über die Bühne. Immergut wird 2022 zurückkehren, und zwar wieder in den Mai.
Alles gut beim Immergut, auch im Regen. Phasenweise wurde mit Regenponcho vor den Bühnen gefeiert.
Alles gut beim Immergut, auch im Regen. Phasenweise wurde mit Regenponcho vor den Bühnen gefeiert. Matthias Schütt
Neustrelitz

815 Tage. So lange dauerte die Immergut-Pause, die am vergangenen Wochenende endlich endete. Denn aufgrund der Corona-Pandemie musste das Musikspektakel 2020 gänzlich abgesagt werden und fand in diesem Jahr nicht wie üblich im Mai statt, sondern erst im August. „Das war wahrscheinlich das längste jemals vorbereitete Immergut“, sagte Stefanie Rogoll vom gastgebenden Verein immergutrocken zum Start. Es sei wichtig gewesen für alle, dass das Festival stattfinden konnte. „Auch wenn es ein bisschen anders war als sonst. Es war ein Lebenszeichen“, so Rogoll.

Hygienekonzept funktionierte

Bis zu 3000 Gäste waren von Donnerstag bis zum Sonntag, dem Abreisetag, in der Mecklenburgischen Seenplatte vor Ort. „Endlich wieder ein Stück Normalität zurück“, fand etwa Besucherin Tina Müller. Doch auch während des Festivals hieß es für die Teilnehmer, sich an Regeln innerhalb des Hygienekonzeptes zu halten. Dazu hatten sich die Organisatoren Einiges einfallen lassen. So mussten etwa alle Besucher, egal ob geimpft oder ungeimpft, bei Anreise einen negativen Corona-Test vorweisen. Wer dies nicht vorweisen konnte, hatte aber die Möglichkeit, das Testzentrum vor Ort auf dem Gelände am Bürgerseeweg zu nutzen. „Da hat alles super geklappt und wir sind an keine Grenzen gestoßen. Auch wir vom Team haben uns da immer wieder testen lassen, um einfach sicher das Festival zu genießen“, sagte Rogoll.

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Zudem verzichteten die Organisatoren auf die Zeltbühne, ließen die Musik jeweils unter freiem Himmel auf der Feld- und Waldbühne sowie dem Birkenhain spielen. Mit dem Festivalbändchen am Handgelenk konnten die Besucher dann drei Tage lang die Musik genießen – bei wechselhaftem Wetter und immer wieder Regen. Doch dies schreckte viele Besucher nicht ab, die sich mit Regenjacke oder Regenschirm vor dem kühlen Nass schützten und vor den Bühnen für Stimmung sorgten. Einige verzichteten gänzlich darauf und genossen gar das Wasser von oben. „Wir hatten wegen des Wetters echt Sorgen, aber die Besucher haben es gelassen aufgenommen“, sagte Rogoll.

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Wortbühne zum Diskutieren

Neben den drei Musikbühnen gab es, wie erstmalig 2019 installiert, eine Wortbühne, wo zu insgesamt fünf verschiedenen Themen diskutiert wurde. Auch der Nordkurier beteiligte sich. So sprach der stellvertretende Chefredakteur Gabriel Kords beim Thema der „Debattenkultur: Wie wir miteinander reden sollten“. Rundherum wurde ein gutes Paket für die Besucher geschnürt, die aber in diesem Jahr auf den Ausflug zum traditionellen Immergutzocken verzichten mussten. Denn aufgrund des neuen Termins waren die angrenzenden Fußballplätze belegt. Stattdessen hieß es für viele Besucher, sich die Zeit auf dem Gelände zu vertreiben, wo auch Workshops angeboten wurden.

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Ursprünglicher Termin im Mai 2022 geplant

Nach der nun 21. Auflage erfuhr der Nordkurier vor Ort, dass die Organisatoren planen, zum ursprünglichen Termin zurückzukehren. Damit heißt es aller Voraussicht nach im Mai 2022 wieder: Immergut-Festival in Neustrelitz. „Der Mai ist schon fest eingeplant bei uns im Kalender. Der Monat gefällt uns besser als ein verregneter August“, sagte die Presseverantwortliche des Vereins. Die Abbauarbeiten der diesjährigen Veranstaltung sollen noch bis Mittwoch andauern, dann wird die Festivalfläche ordnungsgemäß übergeben.

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