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In Neustrelitz sind mehr als 1000 Wohnungen frei

Den letzten Zahlen zufolge steht Neustrelitz auf Platz drei der Städte mit den meisten leer stehenden Wohnungen. Doch die großen Vermieter halten die Zahl für zu hoch.
Robin Peters Robin Peters
In Randbezirken wie Kiefernheide werden Wohnblocks bereits attraktiver gemacht.  
In Randbezirken wie Kiefernheide werden Wohnblocks bereits attraktiver gemacht. Robin Peters
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Neustrelitz.

Neustrelitz ist die Stadt mit den drittmeisten leeren Wohnungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Mit 1416 verlassenen Wohnungen rangiert die Residenzstadt sogar einen Platz vor der Großstadt Rostock (1411). Lediglich Schwerin (4645) und Stralsund (1649) übertreffen mit ihrem Leerstand noch Neustrelitz. Das geht zumindest aus einer Statistik hervor, die der Landesregierung zur Beantragung von Städtebaufördermitteln für das vergangene Jahr mitgeteilt und nun verbreitet wurde. Den Angaben der Stadt Neustrelitz zufolge basiert die Zahl auf der letzten Erhebung zum Wohnungsleerstand im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Derzufolge würden etwa 12 Prozent des Wohnungsbestandes leer stehen.

„Deutlich zu hoch”

Doch: „Da die Ermittlung des Wohnungsleerstandes sehr aufwendig ist, wird diese Zahl nicht jährlich aktualisiert“, sagt Petra Ludewig, Sprecherin der Stadt Neustrelitz. So vermutet die Stadtverwaltung, dass die Zahl nach großem Rückbau durch die Moderne Wohnungsbaugenossenschaft (MWG) und der Neustrelitzer Wohnungsbaugesellschaft (Neuwo) mittlerweile niedriger liegen könnte.

„Das erscheint mir deutlich zu hoch“, pflichtet Frank Weißbach von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) bei. Falko Herschel, Geschäftsführer der Neuwo, weist wiederum darauf hin, dass diese Zahl nicht klarstellt, ob es sich nur um mietbare Wohnungen handelt oder auch Baustellen sowie laufende Sanierungen in die Auflistung hineinzählen. „Es ist ein ständiger Prozess“, sagt Herschel. So habe die Neuwo aktuell rund 120 Wohnungsreserven für Miet-Interessenten – alle im Bau befindlichen Unterkünfte eingeschlossen steige die Zahl allerdings rasch auf fast 300. Bei der MWG stehen laut Vorstandsvorsitzender Diana Grams 160 Wohnungen leer. Frank Weißbach zählt wiederum nur sechs Unterkünfte auf.

Selbst Kiefernheide ist den Suchenden zu unbequem

„Die Bewohner verlassen Neustrelitz für Arbeitsplätze außerhalb“, sagt Grams von der MWG. Außerdem würden sich immer mehr Senioren in Heimen statt zu Hause pflegen lassen. Andererseits kämen auch einige Großstädter in die Residenzstadt, um ruhiger zu leben. Doch: „Es fehlen uns die 25- bis 55-Jährigen“, betont Herschel von der Neuwo. Rückkehrer würden in der Regel eine schöne Wohnung in der Innenstadt suchen. Selbst Kiefernheide erscheine vielen Mietern zu weit weg vom Stadtkern – obwohl es dort an Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten nicht mangele.

Die Neuwo baue laut Herschel in der Heinrich-Mann-Straße bereits die oberen Stockwerke ab, weil diese längst an Attraktivität verloren hätten. Auch die MWG biete Grams zufolge Wohnraum in höheren Etagen längst für günstigere Miete an.

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