MINISTERPRÄSIDENTIN AUF SOMMERTOUR

In Rehberg darf Manuela Schwesig Mähdrescher fahren

Hohe Pachten und strenge Düngevorschriften machen den Bauern zu schaffen: Auf ihrer Sommertour musste sich Manuela Schwesig auch kritischen Fragen stellen.
Robin Peters Robin Peters
Manuela Schwesig setzte sich auch selbst ans Steuer eines Mähdreschers. Das hinterließ Spuren.
Manuela Schwesig setzte sich auch selbst ans Steuer eines Mähdreschers. Das hinterließ Spuren. Robin Peters
Rehberg.

Die Landwirte aus Rehberg haben gegenüber der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag kein Blatt vor den Mund genommen. Sie nutzten Schwesigs Besuch der Landbetriebsgesellschaft (LBG) Rehberg im Rahmen ihrer Sommertour, um existenzielle Nöte anzusprechen. Der Woldegker Stadtvertreter und Landwirt Hartmut Kieckbusch (CDU) fühlt sich vom Land regelrecht im Stich gelassen: Während die Bauern für Produkte immer weniger bekämen, hätten sich die Pachtpreise regelrecht verdoppelt. „Die Schere geht immer weiter auseinander“, so Kieckbusch. „Wenn ein Betrieb ein Drittel allein für die Pacht aufbringen muss, hält er das nicht lange aus.“

Manuela Schwesig entgegnete sogleich, dass der vorübergehende Verzicht auf die Pachteinnahmen während der Dürre-Krise bereits erwogen wurde. Doch: „Diese Idee wurde verworfen“, sagte Schwesig. Denn schließlich würden von dieser Maßnahme nicht alle Betriebe profitieren. Stattdessen schütte das Land Dürrehilfen aus. Davon bekommen aber leider nicht alle Bauern sofort etwas ab, gestand Schwesig ein.

Besondere Vorsicht an diesem heißen Tag

Gastgeberin und LBG-Chefin Christa-Maria Wendig sorgte sich derweil um die Auswirkungen der neuen Düngeverordnung, die die Bauern im nächsten Jahr deutlich mehr einschränkt. „Viele Spritzmittel fallen weg“, sagte Wendig. Dabei hätten die Pflanzen ohnehin schon mit vielen Schädlingen zu kämpfen. Die Ministerpräsidentin machte sich darüber hinaus ein Bild von der Ernte-Arbeit der LBG und sprach der Unternehmerin Christa-Maria Wendig sowie anderen Bauern ihren Dank aus: „Wir nehmen es manchmal schon zu selbstverständlich, dass wir jeden Tag Brot, Milch, Käse und andere Lebensmittel auf dem Tisch haben. Da steckt viel Arbeit drin“, so Schwesig. Zum Abschluss des Rehberg-Besuchs setzte sich die Ministerpräsidentin dann noch selbst ans Steuer eines Mähdreschers auf einem Weizenfeld in der Nähe.

 

 

Kaum ins Stocken brachte dies den Tagesbetrieb – der an einem der wärmsten Tage des Jahres von den Bauern besondere Vorsicht abverlangte. Denn laut Wendig reicht bei diesen Bedingungen schon der Funkenflug eines kleinen Steins im Mähdrescher aus, um das Getreide in Sekundenschnelle zu entzünden.

Extra eine große Maschine für die Halle besorgt

„Noch hatten wir keinen Brand“, sagte Wendig. Dennoch traf die Landwirtin vor Ort zahlreiche Vorkehrungen, um einen möglichen Schaden gering zu halten: Noch während die Gäste um Ministerpräsidentin Schwesig auf dem Feld standen, legte ein Traktor Brandschneisen an – damit sich ein Feuer nicht über eine große Fläche ausbreiten kann. Wasserwagen standen ebenso bereit. „Meine Mitarbeiter sind alle in der Feuerwehr und deshalb besonders sensibilisiert“, so Wendig.

Übrigens: Während des Schwesig-Besuchs war laut Wenig der gesamte Fuhrpark des Betriebs im Einsatz. Damit die Halle bei der Begrüßung aber nicht so leer aussieht, hat die Landwirtin extra eine große, glänzend polierte Landmaschine gemietet. Ihre eigenen Maschinen sind der Landwirtin zufolge aber keinesfalls weniger vorzeigbar: „Sauberkeit macht eine Maschine haltbar“, sagte Wendig.

 

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