Stadtentwicklung

In Wesenberg steht zu viel Wohnraum leer

Fast ein Viertel der Wohnungen ist nicht vermietet. So lautet das negative Ergebnis im Jahresbericht der Wesenberger Wohnungsgesellschaft.
Tobias Lemke Tobias Lemke
In diesem Haus in der Lindenstraße stehen alle Wohnungen leer, weil der Abriss beschlossene Sache ist. Leere Fenster sind in der Stadt aber auch andernorts zu sehen - und das leider zu häufig.
In diesem Haus in der Lindenstraße stehen alle Wohnungen leer, weil der Abriss beschlossene Sache ist. Leere Fenster sind in der Stadt aber auch andernorts zu sehen – und das leider zu häufig. Tobias Lemke
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Wesenberg.

Unerfreuliche 23 Prozent beträgt die Leerstandsquote bei der Wesenberger Wohnungsgesellschaft. Darüber informierte Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp kürzlich auf der Stadtvertretersitzung. Die Zahl aus dem Jahresbericht der kommunalen Gesellschaft sei zwar mit Vorsicht zu bewerten, weil es sich immer um eine Betrachtung zu einem einzelnen Stichtag handle, dennoch sagt Hamp klipp und klar: „Das ist entschieden zu hoch.“

Denn 23 Prozent bedeuten, dass immerhin fast ein Viertel der Wohnungen nicht vermietet ist. Vom Leerstand seien in der Stadt vor allem die größeren Wohnblöcke betroffen, erklärt Hamp. Tatsächlich fallen im Stadtbild so einige Fenster ohne Gardinen oder Rollos auf und lassen auf offenbar leer gezogene Wohnungen schließen. In den betreffenden Mietshäusern solle nun genauer auf die Umstände geschaut werden.

Abriss oder Sanierung?

Neben dem Wohnraum in Wesenberg verwaltet das Unternehmen zudem auch Wohnungen in Wustrow und Priepert. „Auf jeden Fall muss der Leerstand reduziert werden“, sagt Hamp. Konkrete Maßnahmen seien derzeit aber noch nicht geplant und werden auch erst in Gesprächen mit einer künftigen Geschäftsführung eine Rolle spielen. Derzeit stehe aus Altersgründen nämlich ein Wechsel auf dem Chefposten der Wohnungsgesellschaft an.

Gefragt nach weiteren Abrissplänen in der Kleinstadt, erklärte Wesenbergs Bürgermeister, dass der Rückbau von Häusern immer zwei Seiten einer Medaille habe. Beim Abriss gehe Wohnraum verloren und müssen Alternativen zur Nutzung der Flächen gefunden werden. Sollen die Häuser erhalten bleiben, stehe man andererseits vor der Frage, wie den Wohnungen bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt verschafft werden können.

Rückbau eines Blocks schon beschlossen

In den vergangenen Jahren wurde in Wesenberg in der Lindenstraße schon ein Plattenbau mit mehreren Wohneinheiten abgerissen. Der komplette Rückbau eines weiteren Blocks ist zudem beschlossene Sache. Das Gebäude ist bereits leergezogen. Einen Termin für den Abriss gebe es derzeit aber noch nicht, heißt es aus dem Bauamt der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Für das Vorhaben wurden Fördermittel beantragt, für die noch der Zuwendungsbescheid ausstehe.

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