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Betrugsmasche

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Inkasso-Firma will 96-Jähriger ans Geld

Immer wieder nehmen Betrüger mit angeblichen Forderungen Dritter gezielt Senioren ins Visier. Diesmal hatte eine Pflegeheim-Bewohnerin in Neustrelitz Post von einer Firma aus Baden-Württemberg. (Symbolbild)
Immer wieder nehmen Betrüger mit angeblichen Forderungen Dritter gezielt Senioren ins Visier. Diesmal hatte eine Pflegeheim-Bewohnerin in Neustrelitz Post von einer Firma aus Baden-Württemberg. (Symbolbild)
Jens Kalaene

Ein Neustrelitzer möchte andere Menschen vor einem immer wieder praktizierten Trick warnen. Denn seine Schwiegermutter hatte Post mit einer dreisten Forderung.

Lothar Krüger hat alles richtig gemacht. Er war bei der Polizei. Und er hat sich beim Nordkurier gemeldet, um von einem erneuten Versuch von Trickbetrügern zu berichten, an das Geld anderer Leute zu kommen. Wieder geht es um ältere Menschen. Konkret bekam die 96-jährige Schwiegermutter Krügers, die in Neustrelitz in einem Pflegeheim lebt, Post von einem Inkasso-Büro, das angeblich in Forst in Baden-Württemberg eine Niederlassung betreibt.

Der Brief befand sich in der normalen Post. „Meine Schwiegermutter war ganz aufgelöst, sie hat noch nie in ihrem Leben Schulden gemacht“, berichtete Lothar Krüger. Das Schreiben des Inkasso-Büros machte ihn denn auch stutzig. Angeblich soll es eine erste Zahlungsaufforderung gegeben haben. Die Zahlungsrückstände von rund 200 Euro würden angeblich auf Forderungen einer in Frankreich ansässigen Firma beruhen. „Dann hätte meine Schwiegermutter ja eine Mahnung erhalten müssen“, sagt Krüger, der das Schreiben unter der Abteilung „dreiste Abzocke“ einordnet.

Firmenadresse existiert nicht mehr

Er habe noch versucht mit einer Mitarbeiterin des Unternehmens zu kommunizieren, das Gespräch sei dort aber abgebrochen worden. Die Firmenadresse auf dem Schreiben mit der Forderung existiert zudem nicht mehr, ergab ein Blick auf die Internetseite des angeblichen Inkasso-Dienstes. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor den frechen Tricks unseriöser Inkasso-Firmen. Vor allem sollten niemals Kontodaten für Lastschrifteinzüge preisgegeben werden. Lothar Krüger ist mit dem Schreiben zur Polizei gegangen. Dort hat man ihm signalisiert: Lassen Sie die Hände von diesen Forderungen.

Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg bestätigte auf Nordkurier-Nachfrage zudem: Das Muster, mit dem die Inkasso-Firma vorgegangen sei, entspreche den bekannten Tricks solcher Unternehmen. Es würden zielgerichtet Namen ausgespäht, die zu älteren Leuten passten und diese erhielten dann dubiose Schreiben.

Viele Menschen seien inzwischen gewarnt, aber es würde auch mancher der Zahlungsaufforderung nachkommen und dann aus Scham nicht über die Angelegenheit sprechen. Schreiben, bei denen Bürger Betrügermaschen vermuten, sollten in jedem Fall der Polizei übergeben werden und es sollte Anzeige erstattet werden, hieß es aus der Polizeiinspektion Neubrandenburg.