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Ist diese Bushaltestelle ein potenzieller Unfallort?

Wer an dieser Haltestelle in Bredenfelde auf den Bus wartet, steht gefährlich, findet Hans-Joachim Conrad vom Straßenbauamt Neustrelitz. Deshalb rät er zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung für die vorbeiführende Straße.
Wer an dieser Haltestelle in Bredenfelde auf den Bus wartet, steht gefährlich, findet Hans-Joachim Conrad vom Straßenbauamt Neustrelitz. Deshalb rät er zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung für die vorbeiführende Straße.
Susanne Böhm

Wenn in Bredenfelde ein Lastwagen die Kurve nicht kriegt, könnte er Menschen anfahren, die auf den Bus warten. Einwohner und Stadtvertreter denken nun über eine Vorsichtsmaßnahme nach.

Wer in Bredenfelde auf den Bus wartet, steht an der Haltestelle gefährlich. Das findet Hans-Joachim Conrad (CDU), ehrenamtlich Stadtvertreter in Woldegk und hauptberuflich Dezernent im Straßenbauamt Neustrelitz. Weil das Wartehäuschen an der Bundesstraße 198 direkt hinter einer Kurve liegt, befürchtet Conrad, dass es früher oder später zu einem Unfall kommt. „Wenn da mal einer die Kurve nicht kriegt, wird’s gefährlich. Wir sollten nicht darauf warten, bis ein Lkw geradeaus in die Haltestelle scheppert.“ Sein Vorschlag: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren. Seine Idee stellte er am Donnerstagabend bei der Stadtvertretersitzung vor.

Nachdem Bredenfeldes Ortsdurchfahrt im vergangenen Jahr ausgebaut wurde, klagen viele Einwohner über zu schnell fahrende Lkw. „Die Straße ist nach der Sanierung besser durchrollbar“, findet Stadtvertreter Florian Kohlmeyer (SPD), der selbst in Bredenfelde lebt. „Wenn da ein Lkw mit 60 Kilometern pro Stunde durchfährt, kommt einem das sehr schnell vor. Irgendwann wird mal ein Kind von einem 40-Tonner überrollt, eines wurde schon angefahren. Kann man die Lkw nicht bremsen?“

Radargeräte haben gezählt und gemessen

Um zu ermitteln, ob in Bredenfelde wirklich gerast wird, hatte das Straßenbauamt Mitte November zwei Radarzählgeräte an der Straße aufgestellt. Eine Woche lang registrierten die Apparate jedes vorbeifahrende Fahrzeug und ermittelten, wie schnell gefahren wird. Das Ergebnis: „Da wird nicht gerast“, so Hans-Joachim Conrad. Die ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge betrage exakt 50 Kilometer pro Stunde. Das langsamste Gefährt sei mit 5 km/h am Zählgerät vorbeigerollt, das schnellst habe 81 Sachen drauf gehabt. Es sei auch festgestellt worden, dass die Fahrbahn für eine Bundesstraße auffallend wenig genutzt wird. Täglich fuhren durchschnittlich 2000 Fahrzeuge durch, 20 Prozent waren Lastwagen. Zum Vergleich: Über die Bundesstraße 96 rollen bei Neustrelitz täglich 10 000 Fahrzeuge.

Hans-Joachim Conrad erklärte jedoch, dass die Messung nicht ganz der Realität entspricht. Durch zwei Faktoren sei sie verfälscht worden: Zum einen durch eine Vollsperrung der B 198 bei Prenzlau, dadurch würden viele Fahrer auf Umleitungsstrecken ausweichen. Zum anderen durch den Nordkurier, der über die Messung berichtete. „Nachdem der Beitrag in der Zeitung war, fuhren alle deutlich langsamer.“

Im Frühjahr solle die Messung wiederholt werden. Danach sei zu überlegen, ob in Bredenfelde bald nur noch 30 km/h erlaubt sind.