DIGITALES LERNEN

IT-Papa baut Lernplattform für Grundschule in Neustrelitz

Weiterführende Schulen können derzeit oft auf vorhandene Systeme fürs digitale Lernen aufbauen. In den Grundschulen im Land ist das nicht immer so. Die Europaschule Kiefernheide in Neustrelitz kann beim sogenannten Homescooling nun aber mitreden.
So sieht es auf der Lernplattform für die 2. Klasse aus.
So sieht es auf der Lernplattform für die 2. Klasse aus. Manit Khumrod - NK-Bildmontage mit Screenshot und © nattstudio - stock.adobe.com
Auch in der Europaschule Kiefernheide herrscht derzeit gähnende Leere in den Klassenzimmern. Das heißt aber nicht,
Auch in der Europaschule Kiefernheide herrscht derzeit gähnende Leere in den Klassenzimmern. Das heißt aber nicht, dass nicht gelernt wird. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Seit dem Wochenende finden die Grundschüler der Europaschule Kiefernheide aus Neustrelitz auf ihrer eigenen Webseite Aufgaben, die ihre Lehrer für sie zusammengestellt haben. Bis zuletzt wurde die Seite, die erst seit dem 23. März online ist, noch mit Lernmaterialien gefüttert. Dass die Schule überhaupt über die digitale Schiene Materialien und weiterführende Links bereitstellen kann, ist einem engagierten Vater zu verdanken. Axel Malonek, Inhaber einer Werbeagentur und Webgestalter, hat binnen kurzer Zeit eine neue Schul-Webseite aus dem Boden gestampft.

Lernstoff schnell zusammengestellt

„Die Seite ist total gelungen und wir sind sehr dankbar dafür“, sagt Schulleiterin Ina Friese. Bislang hatte die Grundschule über keinerlei Möglichkeiten verfügt, eine Lernplattform anbieten zu können. Generell seien die meisten Grundschulen in digitaler Hinsicht eben noch nicht so gut aufgestellt wie weiterführende Bildungseinrichtungen, sagt Friese. Den Aufbau einer neuen schuleigenen Internetseite hatte sich zwar der Schulförderverein auf die Fahnen geschrieben, aber dass diese so schnell und akut benötigt wird, konnte keiner ahnen. „Ich bin auch ganz stolz auf mein Lehrerteam, die in kurzer Zeit viel Lernstoff für die Kinder zusammengestellt haben. Da steckt viel Arbeit hinter“, sagt Friese.

Arbeitszeit gesponsert

Das kann Axel Malonek, dessen Sohn die erste Klasse der Europaschule besucht, nur bestätigen. Die Zuarbeit von den Lehrern sei super gewesen, lobt er. Die Herstellung der Seite habe einiges an Arbeitszeit in Anspruch genommen, dennoch habe er die Schul-Plattform natürlich gesponsert. „Das war am Ende auch ein schönes Projekt und es hat Spaß gemacht daran zu arbeiten“, sagt Malonek. Und die ersten Zugriffszahlen würden ihm zeigen, dass die Seite auch angenommen werde. Zudem lasse sich anhand der Zahlen ablesen, dass zwei Drittel der Eltern und Kinder dabei mobile Endgeräte, also Handy oder Tablet-PC nutzen. Die Seite sei daher auch Mobilgeräte-konform. „Das ist mittlerweile Standard“, sagt Malonek.

Abholen widerspräche Kontaktminimierung

Eine Benotung der ins Netz gestellten Aufgabe könne zwar nicht stattfinden, aber darum solle es auch gar nicht gehen. „Im Vordergrund steht das Lernen“, sagt Schulleiterin Friese. Die neue digitale Lernplattform biete dabei eine wundervolle Ergänzung, die für die aktuelle Situation maßgeschneidert sei. Die Alternative wäre, dass sich die Eltern die Aufgaben in der Schule abholen müssten. Das habe am ersten Tag der Schulschließung zwar auch funktioniert, sei aber lange nicht so komfortabel und widerspricht dem Gedanken, dass die persönlichen Kontakt auf ein Minimum beschränkt werden sollen.

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