NACHZAHLUNG

Grundstücksnutzer wollen Musterklage gegen Wasserzweckverband

Grundstückseigentümer zwischen Mirow und Feldberg haben es nun schwarz auf weiß, ob sie nachzahlen müssen oder Geld erstattet bekommen. Manche Summen sind für Privatleute sehr hoch.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Susanne Böhm Susanne Böhm
Die ersten Briefe sind eingetrudelt und geben den Empfängern an, wie viel sie nachzahlen müssen. 
Die ersten Briefe sind eingetrudelt und geben den Empfängern an, wie viel sie nachzahlen müssen. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Grundstückseigentümer im Strelitzer Land gingen Mitte dieser Woche mit einem mulmigen Gefühl zum Briefkasten. In den vergangenen Tagen wurden rund 5000 neu berechnete Bescheide über die Abwasserbeiträge im Wasserzweckverband Strelitz (WZV) verschickt. Manche hat es mit gepfefferten Zahlungsaufforderungen richtig heftig erwischt.

„Wir hatten Anrufer, die am Telefon in Tränen ausgebrochen sind“, schildert Holger Becker, Pressesprecher beim Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), die drastische Lage mancher Eigentümer. So hatten sich bis Mittwoch beim Verband etliche Betroffene gemeldet. Die Bandbreite der Nachzahlungsaufforderungen reiche von 400 Euro bis zu sage und schreibe 8600 Euro. „Solche Summen sind für Privatleute richtig hart, sagt Becker.

Einwohner meckern bei Sprechstunde

In Lichtenberg hat es viele Grundstückseigentümer richtig heftig erwischt. „Das geht von 1500 Euro an aufwärts. Die Leute sind sehr erbost über diese Art und Weise“, sagte Ortsratsvorsitzender Bodo Karberg am Mittwoch. Viele Einwohner hätten sich bei seiner Sprechstunde am Dienstag Luft verschafft. „Die Leute haben die volle Unterstützung des Ortsrates. Wir werden gemeinsam überlegen, wie wir jetzt vorgehen.“

Für Beate Riemer in Möllenbeck ist die Zahlungsaufforderung ebenfalls ein Schlag ins Kontor. „Ich soll einen vierstelligen Betrag zahlen. Dagegen werde ich definitiv Rechtsmittel einlegen. Das Mindeste, was ich erwarte, ist eine nachvollziehbare Erklärung, wieso die Beiträge nach Jahren plötzlich neu berechnet werden. Weder auf dem Schreiben noch am Telefon konnte mir der WZV das plausibel erläutern.“ Für den Nordkurier ist WZV-Geschäftsführer Ralf Düsel in dieser Woche nicht zu erreichen.

Musterklage gegen den WZV wird angestrebt

Der VDGN will eine Prozessgemeinschaft bilden und strebt eine Musterklage gegen den WZV an. „Ganz wichtig ist, dass man unbedingt einen Widerspruch gegen den Bescheid einlegt“, rät Becker allen Betroffenen. Die Abwasser-Neuberechnung trifft rund 6500 Grundstückseigentümer in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, im Amt Neustrelitz-Land und in der Feldberger Seenlandschaft.

Wer im Verbandsgebiet des WZV noch keinen Bescheid erhalten hat, kann dabei keinesfalls aufatmen. Für diese Orte wird der Versand Anfang November erfolgen, so Verbandsvorsteherin Constance Lindheimer. Bei Fragen können sich die Eigentümer an die WZV-Geschäftsstelle wenden. Den Bescheiden liege zudem ein Infoschreiben bei, wonach zusätzlich zum Widerspruch die Aussetzung der Vollziehung beantragt werden kann. „Diese Maßnahme soll unbillige Härten abmildern“, sagt Lindheimer. Holger Becker vom VDGN rät, innerhalb der Monatsfrist zu zahlen. Andernfalls würden Stundungszinsen fällig, die selbst bei einem Prozessgewinn bestehen blieben.

Für Betroffene in Lichtenberg und Wesenberg sind Termine für Sprechstunden angekündigt. So wird Bürgermeister Helmut Hamp am Dienstag, dem 30. Oktober, von 14 bis 19 Uhr im Rathaus Fragen zu den Abwasserbescheiden beantworten. In Lichtenberg lädt der Ortsrat ebenfalls am 30. Oktober von 16.30 bis 18 Uhr ins Gemeindehaus ein.

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