Tornado-Piloten der Bundeswehr haben am Mittwoch Tiefflüge über MV und Brandenburg geübt.
Tornado-Piloten der Bundeswehr haben am Mittwoch Tiefflüge über MV und Brandenburg geübt. Carsten Rehder
Im Tiefflug

Kampfjets donnern über MV und Brandenburg

Sie waren extrem laut und flogen beängstigend tief: Düsenjäger haben am Mittwoch unter anderem die Menschen in Templin und Feldberg erschreckt.
Feldberg

Sie kamen wie aus dem Nichts und rasten ohrenbetäubend laut über Mecklenburg-Vorpommern und den Norden Brandenburgs hinweg: Piloten der Bundeswehr übten am Mittwoch Tiefflüge mit Kampfjets und erschreckten Menschen und Tiere unter anderem in der Feldberger Seenlandschaft und in Templin.

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Über der Uckermark ließen zwei Tornados am Vormittag gegen 11.30 Uhr den Boden beben. Einer donnerte in einer Höhe von nur 240 Metern direkt über Templin, der andere flog immerhin 315 Meter hoch. Noch tiefer war ein Kampfflugzeug am Nachmittag gegen 15.30 Uhr über der Feldberger Seenlandschaft unterwegs.

Der Eindruck vieler Einwohner, solche extremen Manöver würden vor allem über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg geflogen, täuscht, sagte Kai M. Stobbe, Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. „Militärischer Flugbetrieb unter 2000 Fuß, rund 600 Meter über Grund, ist überall in Deutschland zulässig.”

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Bei den meisten Flügen sei dabei eine Mindesthöhe von 300 Metern einzuhalten. „Diese darf innerhalb eines vom Bundesminister der Verteidigung streng limitierten Kontingents unterschritten werden und liegt dann bei 150 Metern über Grund. Beim Überflug von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ist eine Mindesthöhe von 600 Metern einzuhalten.” So große Städte gibt es im südlichen Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Brandenburg nicht.

Tiefflüge über Dörfern und Kleinstädten sind nicht zu vermeiden

Militärische Tiefflüge am Tag seien nicht an bestimmte Streckenführungen gebunden, „um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen”. Selbstverständlich werde dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. Aber das dicht besiedelte Deutschland setze diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen.

Ist demnächst mit weiteren erschreckenden Manövern am Himmel zu rechnen? „Eine belastbare Aussage über das künftige Flugaufkommen ist nicht möglich. An Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen ruht der militärische Übungsflugbetrieb. Die jeweiligen Einsätze sind von verschiedenen Faktoren, wie den Ausbildungsvorhaben der fliegenden Verbände, den technischen Verfügbarkeit der Luftfahrzeuge sowie den Wetterverhältnissen in den jeweiligen Gebieten abhängig”, erklärt Kai Stobbe. Meistens würden die Flugrouten kurzfristig und tagesaktuell entsprechend der Trainingserfordernisse festgelegt.

 

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