ABSCHIEBUNG

Kaum noch Hoffnung für ukrainische Familie

Hanna Lavrichenko muss damit rechnen, dass ihre Familie jetzt jederzeit abgeschoben werden kann. Ihre letzte Hoffnung ist die Härtefallkommission.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Hanna Lavrichenko und ihrer Familie droht die Abschiebung aus Neustrelitz. Ihr Chef Torsten Weber (rechts) versuchte, der Familie zu helfen (Archivbild).
Hanna Lavrichenko und ihrer Familie droht die Abschiebung aus Neustrelitz. Ihr Chef Torsten Weber (rechts) versuchte, der Familie zu helfen (Archivbild). Alexander Block/Archiv
Neustrelitz.

Jetzt wird es für Hanna Lavrichenko und ihre Familie ernst. Die Ukrainer, die seit eineinhalb Jahren in Neustrelitz leben und arbeiten, können jederzeit abgeschoben werden. „Die Familie steht kurz vor der Ausweisung. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll“, sagte Hanna Lavrichenkos Arbeitgeber Torsten Weber, der seit Monaten gegen die Abschiebung seiner Mitarbeiterin kämpft. Der Inhaber der Gaststätte Sophienkeller in der Seestraße erklärt die aktuelle Lage.

„Die Familie hatte privat gegen die Bundesrepublik geklagt. Diese Klage hat sie jetzt zurückgezogen, damit die Härtefallkommission in Schwerin schneller arbeiten kann. Sie wollen Zeit sparen. Durch die Beendigung des Verfahrens ist sie jedoch vorzeitig ausreisepflichtig. Darum hat die Familie jetzt eine Aufenthaltserlaubnis beantragt, über die noch entschieden werden muss. Außerdem will die Familie eine Duldung beantragen. Den Antrag gibt sie am Donnerstag in Neubrandenburg ab. Die Duldung wäre aber nur eine Aufschiebung der Abschiebung. Der letzte Strohhalm ist jetzt die Härtefallkommission in Schwerin. Es steht gar nicht gut, ganz, ganz schlimm. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“

Vor dem Bürgerkrieg geflüchtet

Die Ukrainerin war mit ihrem Mann und zwei Kindern vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflüchtet. Sie arbeitet in der Gaststätte, er bei einem Unternehmen für Heizungen- und Lüftungen. Die Kinder besuchen Schule und Kindergarten. Da Teile der Ukraine inzwischen als sicherer Drittstaat gelten, soll die Familie ausreisen.

Restaurantchef Torsten Weber kann das nicht verstehen. „Hanna ist eine perfekte Arbeitskraft. Sie hat sich gut integriert, Deutsch gelernt und verdient ihr eigenes Geld“, so Weber. Die Familie zahlt Steuern und bekommt keine Hilfe vom Staat, nicht einmal Kindergeld.

Unterschriften gesammelt

Torsten Weber hat alles Mögliche versucht, um die Abschiebung zu verhindern. Er hat Unterschriften gesammelt und an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt. Er hat mit Behörden und Politikern Kontakt aufgenommen. Zusammen mit seiner Mitarbeiterin hat er einen sozialen Tag veranstaltet und Borschtsch verschenkt, um auf das Schicksal der Familie aufmerksam zu machen. Bei einem Gesprächsabend, zu dem er eingeladen hatte, suchten Politiker und Behördenmitarbeiter nach Lösungen. Jetzt sieht es so aus, als wäre dies alles vergebens gewesen.

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Kommentare (7)

Das ist ja gerade der Irrsinn, Integrationswillige und bereits integrierte werden mit Gewalt abgeschoben.
Und Messerstecher, Drogendealer, Sozialleistungsbetrüger können hierbleiben.
In diesem Fall steht der Gaststättenbetreiber mit seiner Angestellten alleine da, warum unterstützen hier nicht die sogenannten Flüchtlingshelfer?

NK-Zitat: "Die Familie zahlt Steuern und bekommt keine Hilfe vom Staat, nicht einmal Kindergeld." Genau das ist doch, du sollst nur faul zu Hause rum sitzen, Asyl Stütze beantragen und Pläne schmieden wie du den Islam hoch fährst. Merkels Gäste aus dem Libanon hatten zuletzt für Schlagzeilen im gesamten Bundesgebiet gesorgt, als ihr kriminelles Geschäft aufflog. Da die Ukrainer leider keine Köpfe abschneiden und gegen Deutschland arbeiten, dürfen sie eben nicht bleiben. Dafür können dann aus Nordafrika eingereiste Schwerverbrecher und Diebe in Neustrelitz und anderswo im Land weiter rumlaufen, vierfache Stütze und sonstiges beziehen, sowie mit ihren neuen Handys und Marken Klamotten unseren Frauen ständig hinterherlaufen. Diese Leute möchte man in ihren Heimatländern nicht mehr haben, weil sie eigentlich dort hinter Gitter gehören. Aber Merkel hat sie um jeden Preis der Welt zu uns rein gelassen, weil sie für unser Land eine kulturelle Bereicherung sind. Würde der NK ordentlich berichten, könnte man jeden Tag neue Schlagzeilen, von Messerstechern, Axtschlägern, Vergewaltigern usw. lesen. Da das politisch aber nicht gewollt ist, belügt man uns weiter.

Danke dem Deutschen Irrsinn! Und auf der anderen Seite wird ein Allgemeingefährlicher, der niemals seine Einstellung zur Gewalt ändern wird lange auf unsere Kosten im Superknast als Rädelsführer sein dasein führen. Danke .der deutschen Gerechtigkeit!

Sollte die Familie Lavrichenko damals auf der Krim gelebt haben und dann nach Deutschland geflohen sein besteht noch eine Möglichkeit. Da der russische Präsident Wladimir Putin die Krim annektiert hat, befindet sich die Krim im russischen Staatorgan. Das heißt, der Ukrainische Pass ist somit ungültig. Die Familie könnte ein russischen Pass und damit verbunden ein Visum beantragen. Somit gebe es keine Abschiebung. Sollte dies so zutreffen, dass die Familie von der Krim kommt, sollten man dieses in Erwägung ziehen.

... dass die politischen Entscheidungsträger bzw. politischen Sonntagsredner Integration theoretisch toll finden aber praktisch nicht wollen.

Das Asylgesetz ersetzt eben kein Einwanderungsgesetz,da können diese Personen sich noch so gut angepasst haben. Das Asylgesetz dient dem alleinigen Zweck ,politisch verfolgten vorübergehend Schutz zu gewähren. Kommunale Politiker ,IHK und Arbeitgeber,wollen das so nicht war haben und sind dann ganz entsetzt,wenn nach einer Ablehnung des Asylantrages die Ausweisung droht. Wenn für jeden eine Ausnahme gemacht werden soll,wir überhaupt keiner mehr abgeschoben. Das größte Defizit ist,dass die örtlichen Ausländerbehörden mehrheitlich für die Abschiebungen zuständig sind. Nach meiner Erfahrung heraus,müsste der Bund das übernehmen,dann würden auch keine Konflikte mit der örtlichen Wirtschaft pp entstehen.

und strickt gebunden an eine Arbeitserlaubnis - begr. Familiennachzug - bei Erloeschen von Visa uns Arbeitserlaubnis zurueck in die Herkunftslaender / Heimat - Ukraine konstruiertes Problem der westlichen Welt