Sporthallen im Amt Woldegk und in zwei weiteren Ämtern im Landkreis bleiben für den Freizeit- und Wettkampfsport von
Sporthallen im Amt Woldegk und in zwei weiteren Ämtern im Landkreis bleiben für den Freizeit- und Wettkampfsport von Kindern und Jugendlichen wegen der Corona-Situation vorerst geschlossen. Michaela Kumkar
Covid-19

Kein Freizeitsport mehr für Kinder in Woldegk

In drei Ämtern des Landkreises gibt es angesichts der Corona-Pandemie weitere Einschränkungen. Die Mecklenburgische Seenplatte hat jetzt eine traurige Spitzenposition eingenommen.
Woldegk

Sporthallen und andere Sportstätten in den Ämtern Woldegk, Friedland und Burg Stargard bleiben ab Montag für den Schüler- und Kinderjugendbereich geschlossen. Das hat Landrat Heiko Kärger (CDU) angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen in den drei Bereichen verfügt. Die Regelung betrifft den Trainings- und den Wettkampfbetrieb. Ausschließlich Sportunterricht darf stattfinden. Im Freien kann Sport getrieben werden, sofern er individuell oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands abläuft. „Oder anders gesagt: Joggen und Walken sind natürlich nicht verboten“, betonte Heiko Kärger.

Strengere Regeln für Pflegeeinrichtungen

Eine weitere Verfügung betrifft die Amtsbereiche, in denen in den zurückliegenden Tagen in Pflegeheimen, Pflegediensten, Gesundheitseinrichtungen und Schulen vermehrt Infektionen aufgetreten sind. Hier gelten demnach seit Freitag besondere Regeln. Betroffen sind ebenfalls die Einwohner in den Gemeinden der Amtsbereiche Friedland, Woldegk und Stargarder Land.

In den genannten Regionen werden die Besuche in vollstationären Pflegeeinrichtungen eingeschränkt. So dürfen Besuche nur in dafür vorgesehenen Besucherzimmern stattfinden, in denen die Hygieneregeln eingehalten werden. Besucher sind auf kürzestem Wege vom Personal der Einrichtung zu dem Besucherzimmer zu geleiten. Ausnahmen sind möglich, wenn beispielsweise der Heimbewohner nicht in der Lage ist, sein Zimmer zu verlassen, oder wenn er ein Einzelzimmer bewohnt.

„Herbe Belastung”

„Wir sehen uns zu dieser Maßnahme gezwungen, weil wir verhindern wollen, dass in weitere Pflegeheime im Nordosten unseres Landkreises Covid-19 hineingetragen wird“, sagte Landrat Heiko Kärger zur Begründung der neuen Festlegungen. Die meisten Ansteckungen seien „von draußen“ gekommen. Das könne man weitestgehend verhindern, wenn alle aufmerksamer und zum Schutz der Heimbewohner rücksichtsvoller mit der Situation umgehen.

Ihm sei bewusst, dass die Schließung der Sporthallen für den Freizeitsport für die Kinder und Jugendlichen in den Sportvereinen in diesen Zeiten eine zusätzliche herbe Belastung ist. „Aber wir haben zurzeit das Problem, dass in der Freizeit die Ansteckungen über diese Durchmischung in andere Schulen und Kitas gelangen.“ Das mache die Nachverfolgung von Kontakten immer schwieriger und vor allem trage das zur schnellen Verbreitung des Virus bei, erklärte der Landrat.

Größtes Risiko im Land

In Zusammenhang mit dem Geschehen im Pflegeheim in Friedland wurden am Mittwochabend und am Donnerstag 19 weitere Bewohner und vier Mitarbeiter positiv gemeldet. Es handelt sich um die Ergebnisse einer Reihenuntersuchung im Heim. Das Geschehen ist bisher im Wesentlichen auf einen Wohnbereich beschränkt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landkreis. Auch in Woldegk waren am Donnerstag neue Infektionen gemeldet worden. Informationen aus dem Landkreis zufolge sind zwei Personen betroffen.

Die Mecklenburgische Seenplatte gilt mittlerweile als risikoreichster Landkreis in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Allein am Donnerstag zählte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hier 55 neue Fälle – so viele wie nirgendwo sonst im Land. Am Freitag kamen noch 32 Neuinfektionen dazu. Mit einem Wert von 69,7 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche hat die Mecklenburgische Seenplatte nunmehr selbst Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Greifswald eingeholt.

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