GARTENABFÄLLE VERBRENNEN

„Keine Waldbrände, sondern unsere Kleingärtner”

Gegen das unkontrollierte Verbrennen von Gartenabfällen will Neustrelitz jetzt mit allen Mitteln vorgehen. Dabei will die Stadt auch auf Beweisfotos von Laubfeuern durch Einwohner setzen.
Im März werden wohl wieder Gartenfeuer den Neustrelitzer Himmel verdunkeln. Die Stadt geht jetzt mit allen Mitteln dagege
Im März werden wohl wieder Gartenfeuer den Neustrelitzer Himmel verdunkeln. Die Stadt geht jetzt mit allen Mitteln dagegen vor. Auch Beweisfotos sollen dazu gehören. NK-Archiv/Robin Peters
Neustrelitz.

In Neustrelitz wird jetzt konsequent gegen das Verbrennen von Gartenabfällen vorgegangen. „Es wird Einschränkungen geben“, kündigt Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) pünktlich zum 1. März an. Denn die Auflage, dass Strauchschnitt und Äste nur dann verbrannt werden dürfen, wenn andere Entsorgungsmöglichkeiten unmöglich oder unzumutbar sind, sei bisher allzu oft ignoriert worden. Auch die Regelung, dass in jeder Anlage maximal ein Feuer brennen darf, nicht zwei oder mehr gleichzeitig, werde nicht für voll genommen.

„Das sind keine Waldbrände, sondern unsere Kleingärtner”

„Gerade in der Anlage an der Schlosskoppel, die am nächsten am Annahmehof liegt, qualmt es besonders häufig“, erklärte Andreas Grund. „Vor ein paar Jahren fand die Vereidigung der Bundespolizei auf dem Markt statt. Die Veranstaltung war in Qualm gehüllt. Im vergangenen Jahr war ich mit Delegationen von Partnerstädten auf dem Kirchturm. Ich musste den Gästen erklären, dass das keine Waldbrände sind, die sie dort sehen, sondern unsere Kleingärtner.“

Nicht allein die Häufigkeit des Verbrennens sei ein Ärgernis, auch das Material, das mittels Feuer vernichtet wird, sei nicht selten „eine Sauerei“. Autoreifen, Sprelacart-Küchenmöbel aus DDR-Zeiten und andere potenzielle Umweltverpester würden in den Gartenfeuern entsorgt. In Zeiten, in denen Umweltschutz immer wichtiger werde, sei dies nicht länger hinzunehmen. Zumal Pflanzenabfall nur auf Privatgrundstücken verbrannt werden dürfe, und es sich bei den meisten Kleingartenanlagen in Neustrelitz um städtisches Land handele.

1800 Kleingärten in 17 Sparten gebe es in Neustrelitz. Hinzu kommen ungezählte Gärten an privaten Häusern, in denen ebenfalls nach Herzenslust gekokelt werde. Andreas Grund will den Stadtvertretern bei ihrer Sitzung am 26. März einen Beschlussvorschlag vorlegen, in dem allen Gärtnern in Neustrelitz und speziell in der Innenstadt empfohlen wird, generell auf das Verbrennen zu verzichten.

Nach dem Vorbild des Kleingartenvereins „Grüner Baum” soll es pro Gartensparte maximal einen Termin jeweils im Frühjahr und Herbst geben, an dem alle Parzellenpächter ihre Abfälle an einem zentralen Ort verbrennen. Das Vorhaben soll in Absprache mit den Vereinsvorständen umgesetzt werden, die sich beim Jahrestreffen der Kleingartenvereine in dieser Woche im Rathaus bereits positiv geäußert haben.

Bürgermeister will Beweisfotos der ungeliebten Feuer

Bei dem Vorstoß setzt die Stadtverwaltung auf Freiwilligkeit und das Verständnis der Gärtner. Hier und da, so der Bürgermeister, werde sich aber auch der Kontrolldruck erhöhen. „An der Schlosskoppel ist ein schönes neues Eigenheimgebiet entstanden. Dort werden in Zukunft bestimmt häufiger Fotos geschossen.“ Generell seien alle Einwohner aufgefordert, genauer hinzuschauen, zu fotografieren und bei Verstößen das Ordnungsamt zu informieren. „Wenn irgendwo zwei Feuer gleichzeitig zu sehen sind, werden wir den Vereinsvorständen Fotos zeigen.“

Seit Jahren gibt es immer im März und Oktober Diskussionen um das Verbrennen, erklärt der Neustrelitzer Bürgermeister. Die Pflanzenabfallverordnung sei sehr umstritten. „Klarstellungen sind offenbar vom Gesetzgeber nicht zu erwarten. Insbesondere die Frage nach der Zumutbarkeit der Kompostierung auf dem eigenen Grundstück oder nach der Nutzung öffentlicher Entsorgungssysteme lässt immer wieder Raum für Streitigkeiten zwischen Behörden und Bürgern.“ Klimaschutz und Umweltschutz seien künftig im Leitbild der Stadt stärker zu verankern, genauso wie der Artenschutz. „Unkontrolliertes Verbrennen verletzt die Ziele der Stadtentwicklung, und ein verqualmtes Stadtbild schädigt unser Image.“

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Kommentare (2)

Die meisten Gartenabfälle können einfach kompostiert werden. Auch die Wertstoffhöfe im Landkreis nehmen Kleinmengen auch schon kostenlos entgegen. FoIienreste, alte Plastikbehälter, alte Möbel und Bauschutt, darunter Asbest, Altmetall, Autoreifen oder Teerpappe sind hingegen keine Gartenabfälle! Sie gehören zum Wertstoffhof. Wer Sperrmüll hat, kann kostenlos eine Sperrmüll-Karte ausfüllen und einen Termin beim Entsorger beantragen. Es ist mir nicht nachzuvollziehen warum man zum großen Teil noch grünes Material zusammen mit Sperr-wie Sondermüll unbedingt im Garten verbrennen muss? Luft, Boden und Wasser werden damit nur verseucht. Die Asche ist im Anschluß giftig. In Brandenburg bieten die meisten Städte einen kostenlosen Schrederservice für Grünschnitt an. Da muss nix mehr verqualmt und vergiftet werden. Vielleicht fehlt sowas noch in Neustrelitz.

Es wird auch langsam mal Zeit das unsere Stadtvertreter mal den Arsch hochbekommen und etwas gegen diese kokelei unternehmen.
Jaja der eine oder andere Garten Besitzer wird jetzt sagen aber wohin mit meinen Grünschnitt?
Kompost Leute....
einige garten anlagen besitzen einen oder mehrere gemeinschafts Kompost Haufen!
Wenn es gar nicht anders geht, sollte sich der Gartenvorstand mal überlegen einmal im viertel Jahr mal einen 40m³ Container liefern zu lassen und das dann auf die Garten Besitzer umzulegen!
Abfälle rein im Container abtransportiert und fertig.....kostet noch nicht einmal die Welt und auf 15 bis 20 Leute umgelegt Peanuts!
Ich finde es auch eine Frechheit das ich nur einmal im 6Monaten mit ganz lieb bitte bitte mit Holzkohle grillen darf....aber ihr vernebelt die Stadt als würde ein Industrie Gebiet in Flammen stehen!
Ich werde jeden einzelnen fotografieren und es der Stadt auf den Tisch legen,hoffentlich ändert es sich so schnell wie möglich!