BRANDGEFAHR

Kippen-Berg am See erzürnt Feldberger Bürgermeisterin

Eine Besichtigung der Badestellen in der Feldberger Seenlandschaft hat es an den Tag gebracht: Der Brandschutz geht zwar eigentlich alle an, wird aber oft missachtet.
Von Marlies Steffenund Susanne Böhm Von Marlies Steffenund Susanne Böhm
Zigarettenkippen über Zigarettenkippen. Über so einen Anblick besonders an den Badestellen ärgern sich die Strelitzer, gerade auch, weil es aufgrund der Trockenheit so brandgefährlich ist.Foto: Patrick Seeger
Zigarettenkippen über Zigarettenkippen. Über so einen Anblick besonders an den Badestellen ärgern sich die Strelitzer, gerade auch, weil es aufgrund der Trockenheit so brandgefährlich ist.Foto: Patrick Seeger
Feldberg.

In Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt bei Lübtheen , tobt seit Tagen der schlimmste Waldbrand seit Jahrzehnten. Das Forstamt Mirow hat derweil auch für unsere Region die höchste Waldbrandwarnstufe ausgerufen. Doch das Ausmaß der Gefahr scheint offenbar nicht bei allen anzukommen. Feldbergs Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) hat bei einem Vor-Ort-Termin mit der Feuerwehr Löschteiche und Badestellen inspiziert und dabei Erschreckendes festgestellt: „Bei glühend heißem Wetter wird bei der allerhöchsten Brandstufe auf zundertrockenen Badewiesen, im zundertrockenen Wald geraucht und die Kippen bleiben im Gras liegen“.

Die Bürgermeisterin macht das leichtsinnige Verhalten ihrer Mitbürger fassungslos. „Das ist frevelhaft“, meint von Buchwaldt. Und sie fragt sich: Warum wird Natur so vorsätzlich geschädigt? Überall steht Getreide auf dem Halm. Überall stehen Bäume von Wert. Bäume und Gebüsch brennen wie Zunder. Überall stehen Autos und überall sind viele Menschen. Es handele sich um vorsätzlich verantwortungsloses Handeln. Als zusätzliches Ärgernis empfindet es die Bürgermeisterin, dass die Mitarbeiter des Bauhofs ihre Arbeitszeit damit verbringen müssen, die unzähligen weggeworfenen Kippen vom Boden aufsammeln zu müssen. „Vom ökologischen Aspekt mal ganz abgesehen.“ Den Weg zum Papierkorb scheinen aus ihrer Sicht viele nicht mehr zu finden.

Anderswo zeigen Badegäste besseres Benehmen

Unabhängig von der jetzt herrschenden Trockenheit und Waldbrandgefahr hatte sich schon vor Wochen die Feldbergerin Kornelia Mittelstädt für eine konzertierte Aktion in der Gemeinde gegen herumliegende Zigarettenkippen starkgemacht. Sie hatte auch dafür plädiert, Sammelbehälter für Kippen an besonders von Rauchern frequentierten Orten aufzustellen. Und sie hatte extra eine E-Mail-Adresse ins Leben gerufen, damit sich Gleichgesinnte bei ihr melden können. „Leider hat es bis heute nicht eine einzige Rückmeldung gegeben“, sagt Kornelia Mittelstaedt, die aber an dem Thema dranbleiben möchte. Auch ihr sind in dieser Woche an der Badeanstalt am Amtswerder die vielen Kippen aufgefallen, die im Gras auch da liegen würden, wo Kinder spielen würden.

Anderswo haben die Badegäste offenbar besseres Benehmen. Feuer oder Zigarettenkippen an den Badestränden sind in Woldegk und den Ortsteilen kein Problem, teilte Manfred Balzer aus dem Ordnungsamt mit. Auch für den Glambecker See in Neustrelitz gibt Schwimmmeister Ralf Oettel Entwarnung. Er habe die Badeanstalt im Blick. Wer eine Kippe wegwirft, werde ermahnt.

An den vielen kleinen Badestellen in der Kleinseenplatte gab es nach Auskunft von Amtsleiterin Karola Kahl bislang auch keine Vorkommnisse. „In unserem Bereich sind bisher keine fahrlässigen Probleme mit Lagerfeuer, Grill oder ähnlichem bekannt. Es war ja in den vergangenen Tagen auch so heiß, dass wahrscheinlich keiner unbedingt am Feuer stehen wollte.“

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