Matinee im Landestheater
Kismet – eine Beglückungsmaschine auf der Bühne

Opernchor und Solisten gaben auf der Matinee einige Kostproben aus dem Musical Kismet, das am 16. März Premiere in Neustrelitz feiert.
Opernchor und Solisten gaben auf der Matinee einige Kostproben aus dem Musical Kismet, das am 16. März Premiere in Neustrelitz feiert.
Heike Sommer

Das Musical „Kismet“ feiert Mitte des Monats Premiere in Neustrelitz. Die Theater-Crew gab bei einer Matinee unterhaltsame Einblicke in die Produktion.

Das Publikum wurde mit einem Ohrwurm aus dem Landestheater Neustrelitz entlassen. „Wesirs Plaisir“ hatten Sebastian Naglatzki und der Opernchor den Besuchern der sonntäglichen Matinee zum Musical Kismet entgegen geschmettert. Zuvor hatten Dramaturg, Regisseur, Ausstatterin, musikalischer Leiter und einige Solisten ihre Auftritte, um die neueste Theaterproduktion vorzustellen: den Broadway-Kassenschlager Kismet, der hier zu Lande kaum mehr auf die Bühne gebracht wird.

Zu Unrecht finden Dramaturg Lür Jaenike und Regisseur Wolfgang Dosch. Immerhin hatte das Stück seinerzeit – es wurde 1953 am Broadway uraufgeführt – etliche Preise eingeheimst und ein Millionenpublikum begeistert. Der russische Komponist Alexander Borodin lieferte die musikalische Vorlage für das Musical. „Er selbst hat es nie zu Gesicht bekommen, denn er starb bereits 1872“, sagte Lür Jaenike und ließ das Publikum auch nicht lange auf eine Erklärung warten, wie es zu einer derartigen Zeitverschiebung kam. „Nicht nur Broadway-Komponisten bedienten sich bei bedeutenden Kollegen, das haben auch Bach und Mozart nicht anders gemacht.“

Die USA lieben Borodin

Robert Wright und Georg Forrest waren ein geniales Komponisten-Team, das es meisterhaft verstand die Klassik mit der Moderne zu verbinden. Für die beiden lag es auf der Hand sich für die Schauspiel-Komödie Kismet, die im Orient angesiedelt ist, bei de besten Experten für Orient-Musik zu bedienen, den bis dahin gab: Alexander Borodin.

Der musikalische Leiter der Neustrelitzer Kismet-Produktion, Daniel Stratievsky, demonstrierte eindrücklich am Flügel, welche Borodin-Motive sie sich zu eigen machten. „In den USA ist Borodin sehr beliebt, ich wünschte er wäre es hier auch“, sagte er.

Regisseur im Glück

Regisseur Wolfgang Dosch wiederum gab Einblicke in die Handlung. Kismet bietet Abenteuer, geheimnisvolle Zaubermächte, intrigante Wesire, liebreizende Prinzessinnen und einen Kalifen, der sich unerkannt unters Volk mischt. Kurz um alles, was zu einem Märchen aus 1001 Nacht gehört. Das volle Programm für Sänger, Musiker und die Ausstatter, um das Publikum zu beglücken. 20 Bühnenbilder und eine Vielzahl von opulenten Kostümen kommen zur Geltung. Ausstatterin Susanne Thomasberger hat die Stoffe dafür auf einem Türkenmarkt in Berlin erworben, verriet sie dem Publikum. Das Bühnenbild basiert auf einem Sandhügel, der sich in eine Oase, eine Wüste, einen Basar verwandelt.

Regisseur Wolfgang Dosch war schon als Student in Wien dem Stück verfallen, wie er dem Publikum gestand. „Nach 35 Jahren darf ich nun dieses Stück inszenieren. Das ist ein großes Glück. Das Publikum dürfe sich auf Leidenschaft, Humor und Sinnlichkeit freuen. „Dieses Stück ist eine Beglückungsmaschine. „Ich habe es vermieden, es in die heutige Zeit zu transportieren. Denn es bietet alles, was unsere Gegenwart ausmacht: Vielfalt. Es ist eine amerikanische Operette mit russischer Musik und orientalischer Geschichte.“ Premiere ist am 16. März.