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Klares Nein zu Windrädern

Die Aktivisten vom Camminer See wehren sich gegen Rotor-Riesen, die ihre Heimat und ihre Grundstücke verschandeln. Rund 200 Menschen gehen in Warbende auf die Straße. Die Bürgerinitiativen wollen künftig noch viel von sich hören lassen.

„Keine Windkraftanlagen vor unseren Haustüren.“ Mit dieser Forderung gingen am Sonntag in Warbende rund 300 Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen einen Windpark am Camminer See.
Susanne Böhm „Keine Windkraftanlagen vor unseren Haustüren.“ Mit dieser Forderung gingen am Sonntag in Warbende rund 300 Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen einen Windpark am Camminer See.

„Wir wollen keine Windkraftanlagen – schon gar nicht im Landschaftsschutzgebiet und vor unseren Haustüren.“ Mit dieser Forderung gingen am Sonntag rund 200 Menschen in Warbende auf die Straße. Sie demonstrierten gegen einen Windpark am Camminer See.An dem zwischen Blankensee und Burg Stargard gelegenen Gewässer sind acht Windräder mit einer Höhe von 200 Metern geplant.

Werden die Riesenmühlen gebaut, würden Einwohner von Cammin, Riepke, Godenswege, Gramelow, Quadenschönfeld, Warbende und Flatow nur 850 bis 2000 Meter von den Anlagen entfernt leben. Die Bürgerinitiative „Gegenwind um den Camminer See“ wehrt sich. 90 Prozent der Einwohner sind gegen die Stromtürme vor ihrem Dorf, sagt Initiativensprecher Burghardt Heller. Das zeigten die Betroffenen mit bislang 1300 Unterschriften auf einer Sammelliste. In Warbende sorgten sie mit Transparenten, Luftballons, einem Fanfarenzug aus Neubrandenburg und Argumenten für Gegenwind. „Schützt Mensch und Tier vor dem Windkraft-Wahn“, war auf einem Plakat zu lesen. Auf einem anderen stand: „Für unsere Kinder und Enkel – Kein Windpark am Camminer See.“

„Unsere Grundstücke verlieren an Wert, unsere Natur wird zerstört, wer vom Tourismus lebt, verliert seine Existenzgrundlage“, sagte Initiativenmitglied Hans-Joachim Kasper. Er fordert von der Politik, dass die Mindestabstände zwischen Stromspargeln und Häusern verzehnfacht werden. „Schließlich wurden die Abstände festgelegt, als die Windräder zehn Mal kleiner waren.“

Initiativen wollen enger zusammenarbeiten

Unterstützt wurden die Windkraft-Gegner in Warbende von den Bürgermeistern aus Burg Stargard und Möllenbeck, aber auch von befreundeten Bürgerinitiativen aus Penzlin, Breesen und Ivenack. Die Bürgerinitiativen wollen künftig eng zusammenarbeiten, um schlagkräftiger agieren zu können, kündigte Burkhardt Heller an. Denn Kraft brauchen die Aktivisten, betonte Norbert Schumacher vom „Aktionsbündnis gegen unkontrollierten Windkraftausbau“ aus Penzlin. „Wir schlagen uns seit 1989 mit dem Thema herum, konnten aber nicht viel ausrichten gegen diese Beschlüsse und das Raumordnungsprogramm. Man hat fast keine Chance. Es wird Bürgerbeteiligung vorgegaukelt, die eine Farce ist.“ Die letzte Entscheidung liege beim Planungsverband. „Dieser kann größere Abstände und andere Kriterien festlegen. Allerdings haben im Planungsverband größere Städte wie Neubrandenburg und Neustrelitz die Mehrheit. Und die sind von den Windparks auf dem Land nicht betroffen.“

Im Oktober rechnet die Bürgerinitiative mit einer Entscheidung. Die verbleibenden fünf Monate werden die Aktivisten vom Camminer See nicht untätig verstreichen lassen.