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Kleine Wespe bewirkt Bangen ums Lindenlaub

Abgestorbenes Laub zeugt vom zerstörerischen Werk der Lindenblattwespe.
Abgestorbenes Laub zeugt vom zerstörerischen Werk der Lindenblattwespe.
Klaus-Jürgen Fischer

Armselig sehen fast alle jungen Bäume aus in der Lindenallee in Koldenhof: Schon jetzt haben sie braune, pergamentartige, abgestorbene Blätter.

Von 38 jungen Bäumen in der Lindenallee in Koldenhof sind 35 durch die Kleine Lindenblattwespe geschädigt. „Besonders stark ist der Befall in der Dorfmitte“, sagt Reiner Stöhring, Ordnungsamtsleiter der Feldberger Seenlandschaft. Seit Mitte der 90er Jahre rund 200 Bäume der Sorte Winterlinde und Dichtkronige Winterlinde in Schlicht, Triepkendorf, Koldenhof und Lüttenhagen gepflanzt worden.

Wer kann für den schlechten Zustand der Bäume verantwortlich sein? Der Schaden, der dem durch die Miniermotte bei den Ross­kastanien ähnelt, rühre ebenfalls von einem Schädling, weiß Robert Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittel­sicherheit und Fischerei: „Es handelt sich um die Kleine Lindenblattwespe, genauer um die Larven dieser Pflanzenwespe aus der Famile der Echten Blattwespen.“ Wo die Schädlinge ihre Eier ablegten, sei Zufall. Jedenfalls entstünden daraus fünf bis sechs Millimeter große schleimige Larven, die Nacktschnecken ähneln. „Diese fressen dann die Blätter an der Unterseite an, so dass sie stark geschädigt werden“, erklärt der Wissenschaftler. Die welken Blätter würden nahezu skelettiert, Fachleute sprechen vom „Fensterfraß“.

„Große Linden stecken die Schädigung meist weg. Junge Bäume können durch Kahlfraß geschwächt und anfälliger für andere negative Einflüsse werden“, berichtet Schmidt. Er könne auch nicht ausschließen, dass der punktuelle Befall schon aus der Baumschule rühre. Von dort, so ist aus dem Rathaus zu erfahren, kämen die Pflanzen als so genannte Ballenware.

Dass die Äste der Bäume noch elastisch sind, deutet Schmidt als gewisse Entwarnung: „Wenn sich die Äste biegen lassen, ist noch Leben drin und die Bäume werden sicher im nächsten Jahr ausschlagen.“ Wenn Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssten, sei der kommende Mai der optimale Zeitpunkt. Die rechtlichen Möglichkeiten setzten allerdings einer Schädlingsbekämpfung durch chemische Mittel enge Grenzen, warnt der Wissenschaftler. Wenn der Pflanzenschutzdienst auf Antrag der Gemeinde eine Sondergenehmigung erteile, könnten die Larven gezielt bekämpft werden.