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Kleingärtner sucht einen Nachfolger

Franz Nowak möchte sich von seinem Kleingarten trennen. Seitens der Stadt hieß es lange, dass sein Garten nicht mehr weiterverpachtet werden darf. Dem soll jetzt nicht mehr so sein.
Franz Nowak möchte sich von seinem Kleingarten trennen. Seitens der Stadt hieß es lange, dass sein Garten nicht mehr weiterverpachtet werden darf. Dem soll jetzt nicht mehr so sein.
Marlies Steffen

Franz Nowak möchte seine Parzelle in in der Neustrelitzer Innenstadt in gute Hände geben. Ein sieben Jahre altes Schreiben aus der Stadtverwaltung hat allerdings bei ihm Frage­zeichen verursacht.

Franz Nowak ist jetzt 74 Jahre alt. Die Gartenarbeit fällt ihm schon schwer. Dennoch: Er liebt seine Parzelle und er hat über all die Jahre viel Herzblut und auch manche Investition in die fast 500 Quadratmeter große und  auch jetzt im November immer noch ein bisschen grüne Oase gesteckt.  „Einen schönen Sommer möchten wir hier noch verleben“, wünscht sich der Neustrelitzer für sich und seine Frau Hannelore. Danach möchte er das seit 1996 bewirtschaftete Areal in gute Hände geben.

Bis vor wenigen Tagen sah es allerdings für Franz Nowak noch so aus, als würde der Garten keine Chance mehr auf einen neuen Pächter haben. In der Kleingartenanlage Tiergarten/Bürgerhorst, zu der Nowaks Parzelle gehört, lag ein Schreiben der Stadtverwaltung aus dem Jahre 2007 vor. Darin ist die Rede davon, dass  Kleingärten, die sich im Bereich des Rummelplatzes befinden, nach Auflösung der vorhandenen Pachtverträge nicht wieder neu verpachtet werden sollen. Die Kleingartenbesitzer seien überdies verpflichtet, im F­all einer Nichtweiterverpachtung bauliche Anlagen zurückzubauen. Entsprechend hat der Vereinsvorsitzende Michael Frank die Pächter auch informiert, bestätigt Nowak. Doch  den Senior hat das nicht zufriedengestellt. 

In der Einwohnerfragestunde der Stadtvertretersitzung wurde Franz Nowak nun vorstellig und trug dort sein Problem vor: Was wird aus den Dingen, die ich in den Garten investiert habe, wenn ich ihn aufgeben muss und keine Chance habe, von einem neuen Besitzer eine Art Abstand zu erhalten?

In der Sitzung der Stadt­vertretung erhielt Nowak keine Antwort auf seine Frage. Allerdings sind sowohl der Vereinsvorsitzede Michael Frank als auch Pächter Franz Nowak gleich zu Wochenbeginn ins Rathaus eingeladen worden. Marco Suhr vom zuständigen Referat Liegenschaften habe dort verdeutlicht, dass das Schreiben von vor sieben Jahren mittlerweile gegenstandslos sei. Es habe einst mit zu erwartenden stadtplanerischen Entwicklungen zu tun gehabt.

Franz Nowak weiß jetzt, dass sein Garten nicht aufgegeben werden muss.  Nun sucht er weiter einen Nach­folger.