Geologisches Denkmal

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Koloss von Smaland ist nun eine Sehenswürdigkeit

Der Findling aus der Sassenstraße steht jetzt am Zierker See.
Der Findling aus der Sassenstraße steht jetzt am Zierker See.
Susanne Böhm

Der Findling, der bei Tiefbauarbeiten in der Innenstadt gefunden wurde, hat einen Namen und eine Tafel bekommen.

Der Findling, der im August 2016 bei Tiefbauarbeiten in der Sassenstraße in Neustrelitz ausgegraben wurde, hat jetzt einen Namen. „Koloss aus Smaland“ hat der Regionalverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) den rund zehn Tonnen schweren Stein getauft.

Der uralte Riese ziert eine Grünfläche in der Useriner Straße am Zierker See. In dieser Woche wurde neben dem Stein eine Informationstafel aufgestellt. Darauf ist zu lesen, wie der drei Kubikmeter große Fels an diesen Platz kam. Der rote Växjo-Granit stammt aus Südschweden, erklärt Erwin Hemke vom Nabu-Regionalverband. Vor rund 12.000 Jahren, während der dritten Eiszeit, wurde er rund 500 Kilometer bis in die heutige Sassenstraße transportiert. Weil sich in dem Bereich kein geeigneter Platz fand, um den Stein auszustellen, wurde er als geologisches Denkmal an den Zierker See gebracht.

Lob für die Bauleute

„Der 1600 bis 1700 Millionen Jahre alte Findling ist wie ein Fotoalbum, aus dem sich einiges ablesen lässt“, sagte Erwin Hemke. „Bei seinem Abbruch muss er rund 20 bis 30 Tonnen schwer gewesen sein. Auf dem langen Weg, den er im Eis eingeschlossen mitgerollt wurde, brachen seine Kanten ab, er nahm eine rundliche Form an und verlor an Masse“, so Erwin Hemke. Er sei froh, dass „die Bauleute und die Stadt es gut mit dem Findling meinten“. „Es gab eine Zeit, da wurden solche Funde achtlos zerstört, zerschlagen und zu Schotter zerkleinert. Jetzt aber gibt es viele Leute, die solche Zeugnisse der Eiszeit erhalten.“