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Störche

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"Komfort-Wohnung" für Adebar aufgebaut

Ahrensberger hoffen auf Ansiedlung eines Storchenpaares

Mindestens zwei Dinge konnte man lernen, als jetzt in Ahrensberg eine Nisthilfe für einen Storch, den man dort gern sähe, angebracht wurde: Es gibt tatsächlich Wesen, die man mit Kot-Imitaten in eine Wohnung locken kann. Und zweitens: Elstern können Störche wahrscheinlich nicht leiden. Die Nisthilfe mit einem Durchmesser von rund 1,30 Metern, aus Weide geflochten, thront jetzt rund zwölf Meter im weitläufigen Hof des Wohnheimes Ahrensberg des Rehabilitaionszentrums Neustrelitz e.V. Der Weidenkorb ist mit weißen Kalkspritzern verziert, die in etwa so aussehen wie das Stoffwechselprodukt Adebars. Außerdem sind Moos und Zweige darin befestigt.

"Wir hoffen, dass wir so besser einen Storch anlocken können, denn die lassen sich eher dort nieder, wenn sie vermuten, dass dort schon ein Artgenosse war", berichtete Erzieher Stefan Oleischeck, der für die Nisthilfe-Aktion verantwortlich zeichnete.Er erzählte auch, dass der Mast im Hof des Wohnheimes schon seit drei Jahren steht, damals kostenlos aufgestellt vom Wesenberger Betrieb Gestewitz. Um ein Metallgestell wurden oben auf der Spitze Zweige geschlungen, doch die hatten Elstern nach und nach dort rausgefetzt. "Die müssen wohl etwas gegen Störche haben, oder sie brauchten selbst Baumaterial", vermutete Stefan Oleischeck. " Vor langer Zeit…Es soll früher schon einmal eine Storchenfamilie in Ahrensberg gegeben haben. Das muss aber schon eine ganze Weile her sein. Karl-Heinz Fenner, ein Nachbar des Wohnheims, hatte das Treiben rund um den Storchenmast gesehen und kam dazu, um sich anzusehen, was dort los ist. "Ich bin seit 1954 in Ahrensberg, kann mich aber nicht erinnern, dass es hier einen Storch gegeben hat. Aber ein Storch im Dorf wäre natürlich schön, vielleicht lässt sich ja einer nieder", erzählte er.

Nachdem die erste Nisthilfe, die die Elstern zerfledderten, angebracht war, gab ein Adebar ab und zu eine Stippvisite, blieb aber nicht auf Dauer, erinnerte sich Stefan Oleischeck. Vielleicht lässt er sich ja jetzt von der professionell gefertigten "Wohnung", die bei einer Neubrandenburger Korbflechterei gekauft wurde, überzeugen, zu bleiben. "Frösche, Mäuse & Co." Dreh- und Angelpunkt, ob ein Storch bleibt, ist aber, ob er genügend Nahrung findet in der Umgebung. Es wurden schon viele Nisthilfen umsonst aufgestellt, da sie kein Storch annahm, weil nicht genug Nahrung vorhanden war", erklärte Stefan Oleischeck. Darum haben sich die Ahrensberger vorher mit dem Wesenberger Heimat-Naturexperten Klaus Ridder beraten, der sagte, dass es in der Umgebung des Ortes zahlreiche Wiesen und Feuchtgebiete gibt, woher Adebar Frösche, Mäuse & Co. "bezieht".

Nachdem der Lkw mit der Hebebühne am Haken auf den Hof gefahren war, schoben Bewohner des Wohnheimes die Bühne das letzte Stück bis zum Mast, denn dorthin kam der Lkw nicht. Die Dachdeckerei und Dachklempnerei Friedemann aus Wesenberg stellte kostenlos die Technik. Und auch Firmenmitarbeiter Klaus Rosenow, der gemeinsam mit Stefan Oleischeck die Nisthilfe montierte, als auch Bauleiter Bernd Welzk, der als Fachmann ein wachsames Auge auf den Verlauf der Aktion hatte, machten ihre Arbeit nicht für Euros, sondern für die Störche und für die Bewohner des Wohnheimes. Die beobachteten das Befestigen der Nisthilfe interessiert und freudig. Und werden hoffentlich nicht enttäuscht - denn so eine komfortable Wohnung dürfte Adebar doch nicht ausschlagen.