HILFE FÜR SENIOREN

Kommen Corona-Impfteams bald auch in Wohnungen?

Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, leben nicht nur in Pflegeheimen. Und nicht jeder schafft bis zum Impfzentrum. Hier wird über eine Lösung nachgedacht. Sorgen über zu wenig Mittel für die Folgeimpfung sind derweil wohl unbegründet.
Auch viele Menschen außerhalb von Pflegeheimen sind auf Hilfe angewiesen.
Auch viele Menschen außerhalb von Pflegeheimen sind auf Hilfe angewiesen. Daniel Karmann
Neustrelitz.

Mobile Impfteams steuerten bislang fast alle Alten- und Pflegeheime in der Mecklenburgischen Seenplatte an, um dort Bewohner gegen die Coronavirus-Krankheit Covid19 zu impfen. Aber zahlreiche hilfsbedürftige Menschen in anderen Formen des Betreuten Wohnens fielen bislang durchs Raster – so wie Dieter Lockenvitz aus Neustrelitz. Allein ins rund 40 Kilometer entfernte Impfzentrum auf dem Flugplatz Trollenhagen in Neubrandenburg zu fahren, würden viele Menschen so wie er nur unter größter Anstrengung oder eben überhaupt nicht bewältigen können, sagt er. Nicht wenige brauchten im hohen Alter einen Rollator oder eine andere Gehhilfe, um sich überhaupt fortbewegen zu können.

Kreisverwaltung in Absprache mit dem Land

Dieter Lockenvitz nutzt beispielsweise ein Angebot des altersgerechten betreuten Wohnens. Er lebt in seiner eigenen Wohnung, nimmt aber bestimmte Betreuungsleistungen in Anspruch. Dieses flexible Wohnkonzept ist im Plan der mobilen Impfteams jedoch bislang nicht berücksichtigt worden. „Ich möchte nichts weiter, als dass meine lieben Nachbarn geimpft werden”, bittet der 82-Jährige, dass er und seine Mitmenschen nicht vergessen werden.

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Tatsächlich könnte ihnen bald geholfen werden: Wie aus der Kreisverwaltung auf Anfrage des Nordkurier mitgeteilt wurde, laufe gerade eine Abstimmung mit der Landesregierung, ob auch Einrichtungen des altersgerechten Wohnens von Impfteams aufgesucht werden.

In zwei Heimen Corona-Situation für Impfung zu angespannt

Bis Mitte der Woche konnten die Impfteams zumindest 3320 Menschen in Heimen der Mecklenburgischen Seenplatte mit dem wichtigen Schutz versorgen und ihre erste Runde abschließen. Eine recht gute Quote: Denn laut Angaben aus der Kreisverwaltung befinden sich in den Heimen des Landkreises etwa 2800 pflegebedürftige Menschen und 2300 Beschäftigte. Nur in zwei Pflegeheimen sei die Lage zu angespannt, um dort impfen zu können. Schon in der nächsten Woche beginnen die Helfer einer Mitteilung zufolge mit der nötigen zweiten Immunisierung, die bereits einmal geimpfte Menschen für einen ausreichenden Schutz gegen Covid19 benötigen.

Obwohl der im Landkreis eingetroffene Impfstoff bislang immer so schnell wie möglich vollständig verteilt wurde, ist die Sorge, dass nicht genug Mittel für die nötige Folgeimpfung bereitstehen, laut Kreissprecherin Tilla Steinbach unbegründet. „Das Land hat bei der Verteilung der Erstimpfungen gleichzeitig die Zweitimpfungen mitberechnet und hat Rücklagen gebildet. Die Rücklagen werden an den Landkreis zum entsprechenden Zeitpunkt ausgeliefert. Das sichert die Durchführung der zweiten Schutzimpfung ab.”

Bitte: Termine absagen, wenn sie nicht genutzt werden können

Seit kurzem werden ebenso Senioren im Impfzentrum des Landkreises auf dem Flughafen Trollenhagen empfangen. Am ersten Tag wurden laut Kreisverwaltung dort 40 Menschen geimpft. Wer eine Freigabe für den Impfzentrum-Besuch zugesandt bekommt, muss in einem Call-Center anrufen und einen Termin vereinbaren. Die Informationen werden laut Kreisverwaltung unmittelbar an die Mitarbeiter im Impfzentrum weitergeleitet. So würde immer genügend Personal und Impfstoff auf dem Flugplatz Trollenhagen zur Verfügung stehen. Wenn jemand seinen Termin nicht wahrnehmen kann, solle er sich wieder abmelden. So bekämen andere eine Chance, das Impfzentrum aufzusuchen.

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