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Betondecke statt Verfüllung

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Kompromiss zum Schlosskeller Neustrelitz wird geprüft

Derzeit ist der Schlosskeller Neustrelitz nicht vernünftig gesichert.
Derzeit ist der Schlosskeller Neustrelitz nicht vernünftig gesichert.
Alexander Block

Dass die Ruinen des Neustrelitzer Schlosskellers mit Sand verfüllt werden sollten, hatte in der Stadt für reichlich Stunk gesorgt – nun steht eine neue Idee im Raum.

Im Streit um die geplante Verfüllung des Schlosskellers in Neustrelitz bahnt sich ein Kompromiss an. Nach einer Beratung der Stadtvertreter mit dem Schweriner Finanzministerium am Donnerstagabend prüfen beide Seiten eine neue Variante, wie der denkmalgeschützte Keller auf dem Schlossberg gesichert werden soll, erklärte eine Stadtsprecherin am Freitag in Neustrelitz.

Dabei könnte der Keller mit einer Stahlbetondecke überspannt werden, die in eine spätere Bebauung einbezogen werden soll. Zudem wurde vorgeschlagen, einen Turm in Anlehnung an die frühere Bebauung zu errichten, um verloren gegangene historischen Sichtachsen wiederherzustellen.

Schloss 1945 ausgebrannt, 1949 gesprengt

Mecklenburg bestand bis 1918 aus den Herzogtümern Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin. Das Neustrelitzer Residenzschloss war im April 1945 aber ausgebrannt. Die Ruinen ließ die SED-Führung 1949 sprengen und abtragen. Nun ist das Land Mecklenburg-Vorpommern Eigentümer von Schlossberg, vieler Immobilien und des Schlossparks.

Der Brand und die Sprengung durch die Kommunisten nahmen der Stadt ihr historisches wie kulturelles Zentrum, hatte Landesfinanzminister Mathias Brodkorb (SPD) bereits erklärt. Ihm liege viel daran, den „ewigen Streit“ zwischen Neustrelitz und Schwerin zu beenden.

Ursprünglich Füllung mit Spezialsand geplant

Das Land wollte den Schlosskeller mit rund 40 Räumen mit Spezialsand verfüllen lassen. Die Kelleroberfläche sollte so gestaltet werden, dass Schlossumrisse erkannt werden. Dafür waren rund 1,2 Millionen Euro eingeplant. Gegen die Verfüllung regte sich starker Widerstand. Experten zufolge ist die gesamte denkmalgeschützte Architektur der Stadt auf den Park mit Schlossanlage abgestimmt.