In diesem Frühjahr soll ein neuer Versuch gestartet werden, bei Woldegk einen Wolf mit einem Sender auszustatten. (Symbolfoto)
In diesem Frühjahr soll ein neuer Versuch gestartet werden, bei Woldegk einen Wolf mit einem Sender auszustatten. (Symbolfoto) Klaus-Dietmar Gabbert
Peilsender

Kontakt zu Wolf bei Woldegk schon wieder verloren

Ein Tier aus dem Rudel bei Woldegk war im Herbst mit einem Sender versehen worden. Wenn auch nur kurz, lieferte dieser doch erste Erkenntnisse zum Bewegungsradius.
Wokuhl

Es war ein Versuch, von anhaltendem Erfolg war er nicht gekrönt: Um den Bewegungsradius von Wölfen besser nachverfolgen zu können, ist es im vergangenen Herbst gelungen, eine etwa sechs Monate alte Wölfin aus dem bei Wokuhl lebenden Rudel mit einem Sender auszustatten. Das hat Norman Stier vom Wolfmonitoring des Landkreises Seenplatte dem Nordkurier bestätigt. Mitglieder dieses Rudels werden auch immer wieder in der Feldberger Seenlandschaft gesichtet.

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Von dem Gerät hatte man sich eine bessere Nachverfolgung der Wölfe erhofft, so Norman Stier. Der Sender habe auch in den ersten Wochen gut funktioniert. Dann sei offenbar das GPS-Signal kaputtgegangen. Seitdem gebe es keine Hinweise mehr darüber, wo sich der Wolf aufhalte. Der Bewegungskorridor des Wolfswelpen aus dem nachvollziehbaren Beobachtungszeitraum ziehe sich über Wokuhl bis an den Rand von Feldberg und auch weiter bis an die B198.

Wolfssichtungen schnell melden

Ein anderer Bewegungskorridor hat sich außerdem im Zusammenhang mit einem Wolf ergeben, der an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Neustrelitz vom Zug überfahren wurde. Dieser verendete Wolf konnte hinsichtlich seiner Genetik ebenfalls dem Neubrücker Rudel zugeordnet werden. Bislang war immer angenommen worden, dass Wölfe, die sich in dem Bereich an der B96 aufgehalten haben, aus dem Rudel bei Steinförde im Land Brandenburg stammen, machte Norman Stier deutlich.

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Seitens des Wolfsmonitorings soll nun in diesem Frühjahr ein neuer Versuch gestartet werden, einen Wolf mit einem Sender auszustatten, damit dessen Bewegungsprofil langfristig beobachtet werden kann, wie Norman Stier dem Nordkurier sagte. Er wies erneut darauf hin, dass Bürger Wolfssichtungen unverzüglich melden sollen. Wie Norman Stier auch sagte, wünscht er sich von der Jägerschaft intensivere Hinweise auf etwaige Wolfssichtungen. Nach seinen Erfahrungen würden diese eher allgemein benannt und nicht mit konkreten Hinweisen über den Ort der Sichtung versehen.

In diesem Jahr bereits 37 Rissvorfälle in MV

Einer Mitteilung aus dem Schweriner Landwirtschaftsministerium zufolge sind in diesem Jahr – Stand 10. März – bislang 37 Rissvorfälle gemeldet worden. Nach heutigem Stand könne bei 20 Rissvorfällen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen 20 Rissvorfällen wurden 76 Tiere getötet und 34 verletzt. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gab es demnach bis zum 10. März sechs Rissvorfälle, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann. Wo die Tiere gerissen wurden, dazu machte das Ministerium mit Verweis auf den Datenschutz keine Angaben.

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