NATURSCHUTZ

Kopfweiden bei Usadel bekommen jetzt eine neue Frisur

Ihre einstige Bedeutung für den Menschen haben die Kopfweiden vielleicht eingebüßt. Naturschützer hegen sie trotzdem.
Mit der Baumschere, wie diese junge Frau, aber auch mit der Motorsäge schnitten Freiwillige die Kopfweiden zurecht.
Mit der Baumschere, wie diese junge Frau, aber auch mit der Motorsäge schnitten Freiwillige die Kopfweiden zurecht. Ulrich Krieger
Usadel.

Die Peitschen der Weide können schon mal mehrere Meter lang werden. Beim Absägen heißt es also, Vorsicht walten zu lassen, klärte Axel Griesau vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) noch vor dem ersten Schnitt auf. Zu einer Kopfweidenpflegeaktion hatte die Umweltorganisation am Wochenende an die Nonnenmühle bei Usadel eingeladen.

Insgesamt 13 Helfer hatten sich zum Arbeitseinsatz mit Astschere, Bügel- und Motorsäge eingefunden. An zahlreichen, am Ufer des Nonnenbachs stehenden Kopfweiden war wieder einmal eine frische „Frisur“ notwendig. Dazu wurden alle Äste bis auf etwa zehn Zentimeter Länge gekürzt, um das Auseinanderbrechen der Stämme zu verhindern. „An den kurzen Enden befinden sich noch genug Augen, die den Neuaustrieb der Bäume im Frühjahr begünstigen“, sagte der Fachmann.

Brennmaterial und Grundlage zum Flechten von Körben

Axel Griesau berichtete, dass in der Vergangenheit die Äste eines Baumschnittes von Kopfweiden komplett verwertet wurden. Diese dienten als Brennmaterial und zum Flechten von Körben und anderen Haushaltsgegenständen. Aus dem Material stellte man Stiele für Arbeitsgeräte her und sogar die ausgetriebenen Blätter dienten als Futterzusatz für Rinder und Schafe.

Heute haben Kopfweiden hingegen eine Bedeutung als wichtige Strukturelemente in der Landschaft. Die Bäume dienen totholzfressende Insekten als Ersatzlebensraum, bieten Nistmöglichkeit für höhlenbrütende Vögel und sind Quartier für Fledermäuse. Mit den Pflegearbeiten haben sich die Mitglieder des BUND Neubrandenburg das Ziel gesetzt, die heute nicht mehr genutzten Zeugnisse der Historie unserer Kulturlandschaft zu erhalten.

Nächste Aktion schon geplant

Unter den fleißigen ehrenamtlich Teilnehmenden war auch Katarina Wasebitzek, eine der Bewohnerinnen der ehemaligen Nonnenmühle. Sie freute sich über so viel Mitstreiter und sagte: „Toll, diese Hilfe auf unserem Grundstück im Flusstal des Nonnenbachs. Vieles haben wir schon selbst erledigt und auch Lücken zwischen den Kopfweiden mit Neubepflanzung aufgefüllt.“ Nur so könne die Kulturlandschaft erhalten bleiben, wie sie ursprünglich einmal war.

Im April sind die Mitglieder des BUND Neubrandenburg schon zur nächsten Aktion aufgerufen. Dann werden sie – und dies unbedingt noch vor der Rückkehr und dem Brutbeginn der Flussseeschwalben – die drei auf der Lieps schwimmenden Brutinseln wieder herrichten.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Usadel

Kommende Events in Usadel

zur Homepage