Trotz weniger Entbindungen
Krankenhaus Neustrelitz will Geburtenstation weiterführen

Die geschlossenen Türen täuschen: Die Station soll entgegen Gerüchten nicht schließen.
Die geschlossenen Türen täuschen: Die Station soll entgegen Gerüchten nicht schließen.

Nicht zum ersten Mal machten sich in Neustrelitz Gerüchte breit, dass der Kreißsaal des DRK-Krankenhauses schließen müsse. Nun schaffte die Leitung Klarheit.

Jüngste Spekulationen über die Schließung des Kreißsaals in Neustrelitz hat die Leitung des DRK-Krankenhauses nun endgültig aus der Welt geschafft. „Wir halten an der Abteilung fest“, sagte Geschäftsführer Jan Weyer. An den Gerüchten um ein absehbares Ende von Geburtenstation und Gynäkologie sei nichts dran. „Auch wenn es wirtschaftlich und angesichts des Fachkräftemangels ebenso personell schwer zu betreiben ist“, räumte Weyer ein.

Aus internen Kreisen ist der Nordkurier erst kürzlich darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Krankenhaus angeblich die Hebammen-Dienste künftig nicht mehr besetzen könne. Selbst das Gesundheitsministerium gibt auf Nachfrage preis: „Das Thema Hebammen ist bekannt. Wir gehen davon aus, dass vom Träger eine Lösung gefunden wird“, sagte Gunnar Bauer, Sprecher des Gesundheitsministeriums von Mecklenburg-Vorpommern. Die Krankenhaus-Leitung weist aber entschieden zurück, bereits Hebammen-Plätze abzubauen: „Wir freuen uns über jeden Dienst, der übernommen wird“, sagte Weyer.

Weniger Geburten machen intensivere Betreuung möglich

Auf der Geburtenstation in Neustrelitz werden laut Gesundheitsministerium pro Jahr 300 Kinder geboren. „Damit liegt das Krankenhaus im Soll“, sagte Bauer. Vergleicht man die Geburtenzahlen der letzten Jahre, lässt sich nach Nordkurier-Recherchen jedoch ein kleiner Abwärtstrend erkennen. Wurden Ende Dezember des Jahres 2016 noch 308 Babys gezählt, waren es im Winter 2017 nur noch 291, lediglich 285 am Ende des vergangenen Jahres.

„Es wäre natürlich schöner, wenn es deutlich mehr wären“, sagte Weyer. Doch das Krankenhaus befinde sich im Wettbewerb mit anderen Stationen. Mit einem familienfreundlichen und individuellen Angebot bemühe sich die Einrichtung bereits darum, Mütter zu werben. Auch die medizinische Betreuung könne durch die wenigen Geburten intensiver geleistet werden als in anderen Häusern. So würden sich längst nicht nur Eltern aus Neustrelitz sondern auch aus Mirow oder Fürstenberg entscheiden, ihr Kind in Neustrelitz auf die Welt zu bringen. Dennoch: Das Krankenhaus ist laut Weyer darauf angewiesen, was die Region hergibt. „Letztendlich entscheiden es die Familien.“