WERDEN AUTOFAHRER BENACHTEILIGT?

Kritik an weiterer Unterstützung von Fahrrad-Aktivisten

Neustrelitz ist seit geraumer Zeit Mitglied einer Arbeitsgemeinschaft, die sich für Fußgänger und Fahrradfahrer einsetzt. Nicht alle halten das für sinnvoll.
Die AGFK will die Radfahrkultur im Land ankurbeln. Neustrelitz ist wie viele andere Kommunen im Land Mitglied und versucht auf
Die AGFK will die Radfahrkultur im Land ankurbeln. Neustrelitz ist wie viele andere Kommunen im Land Mitglied und versucht auf vielen Wegen, für die klimafreundliche Fortbewegung zu werben, wie zum Beispiel beim Stadtradeln. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Seit nunmehr zwei Jahren unterstützt die Stadt Neustrelitz die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Mecklenburg-Vorpommern. Doch nachdem der Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) über den aktuellen Planungsstand und die kurzfristigen Ziele des Projektes informiert hatte, wurde jetzt Kritik an dessen Programm laut, den Rad- und Fußverkehr in der Region gezielt voranzubringen.

„Wir treiben einen Keil zwischen die verschiedenen Verkehrsteilnehmer“, sagte Manfred Schwarz aus der Linksfraktion und positionierte sich entschieden gegen einen weiteren Verbleib in der Arbeitsgemeinschaft. „Wenn wir die Radfahrer bevorzugen, müssen wir die Autofahrer benachteiligen – das darf nicht passieren“, so der Stellvertretende Stadtpräsident. Schließlich seien die Verkehrsflächen in der Residenzstadt begrenzt. „Wir sollten lieber ein Konzept gestalten, bei dem alle zu ihrem Recht kommen.“ Die Radfahrer würden bei einer anderen Gelegenheit ebenso Auto fahren. „Ein Radschnellweg ist zum Beispiel großer Schwachsinn.“

Mitglieder zu gewinnen ist nicht einfach

Aus Sicht von Grünen-Stadtvertreter Falk Jagszent sind die Fußgänger und Fahrradfahrer im Neustrelitzer Verkehrssystem allerdings gegenwärtig benachteiligt. „Es geht darum, eine Gleichberechtigung herzustellen“, so Jagszent.

Anders als in vielen anderen Bundesländern ist die AGFK in Mecklenburg-Vorpommern noch kein eingetragener Verein. Diesen Status zu erreichen, formulierten die Initiatoren auf den letzten Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft als vorrangiges Ziel. Denn für eine Förderung – über die sich mit dem zuständigen Ministerium bereits geeinigt wurde –, braucht das Projekt feste Strukturen.

In ihrem Tätigkeitsbericht listet die AGFK unter anderem die Organisation von Fach-Workshops, Werbemaßnahmen wie die Gestaltung der Website oder von Flyern und Visitenkarten sowie verschiedene Formen der Mitgliedergewinnung auf. „Es zeigt sich sehr klar, dass die Mitgliedergewinnung kein Selbstläufer ist. Die Erfahrung anderer AGFKs zeigt sich dabei sehr deutlich: Mitgliederbetreuung und -gewinnung ist persönliche Überzeugungsarbeit und braucht Zeit“, heißt es in dem Bericht. Neben Neustrelitz befinden sich noch viele weitere größere Städte im sogenannten Initiativkreis der AGFK, wie Neubrandenburg, Schwerin, Rostock oder Anklam.

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