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Künstler wollen auf dem Theaterball streiken

Vorhang zu beim Theaterball? Während des Festes soll es Warnstreiks der Künstler geben.
Vorhang zu beim Theaterball? Während des Festes soll es Warnstreiks der Künstler geben.
Illustrationsfoto/Andrey Kuzmin - Fotolia

Eigentlich sollte der Samstagabend ein unbeschwerter werden. Denn in Neustrelitz steht ein großer Ball auf dem Programm. Aber die Reform-Pläne des Landes für die Theater sorgen für Verstimmung.

Warnstreiks in ausgeweiteter Form sind für den Theater- und Opernball am  Sonnabend im Neustrelitzer Landestheater angekündigt.  Einer Mitteilung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) zufolge ist das Rahmenprogramm des Balls unter dem Motto "Strangers in the Night" von "ausgeweiteten Arbeitskampfmaßnahmen" betroffen, wie es in der Mitteilung heißt. Sowohl die bei GDBA als auch die bei der Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) organisierten künstlerisch Beschäftigten seien an dem Arbeitskampf beteiligt. 
An der Ausgangslage für die Künstler hat sich seit den ersten Streikmaßnahmen im Dezember nichts geändert. Die Künstler wollen zu flächentariflichen Vergütungen zurückkehren, nachdem die künstlerisch Beschäftigten seit Jahren mit erheblichen Gehaltsverzichten unter anderem die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und den Erhalt des Hauses zu gewährleisten suchten. "Da diese Hoffnung infolge der Pläne der Landesregierung, nach denen das Theater zukünftig ohne eigene Musiktheatersparte fortgeführt werden und ein Großteil der Arbeitsplätze wegfallen soll, zerstört worden ist", könne der tarifliche Abstand zur Fläche von über 12 Prozent nicht weiter akzeptiert werden, so Jörg Rowohlt von der GDBA. „Alle in der öffentlichen Verwaltung Beschäftigten erhalten tarifgerechte Bezahlungen, unsere Mitglieder können nicht weiter als Beschäftigte zweiter Klasse behandelt werden. Es kann nicht sein, dass die Künstler mit weiterem Lohnverzicht auch noch Steigbügelhalter für ihren eigenen Stellenabbau sein sollen“, konstatiert Gerrit Wedel von der VdO.