TOURISMUS

Kulturquartier in Neustrelitz beklagt schlechte Saison

Finden im Kulturquartier bald Hochzeiten und Fußball-Übertragungen statt? Genaues ließen die Leiterinnen der Einrichtung noch immer nicht durchblicken.
Robin Peters Robin Peters
Noch wird das Kulturquartier hauptsächlich für Bildungsveranstaltungen genutzt. Doch einige Stadtvertreter halten ei
Noch wird das Kulturquartier hauptsächlich für Bildungsveranstaltungen genutzt. Doch einige Stadtvertreter halten ein breiteres Angebot für sinnvoll. Robin Peters
Neustrelitz.

Die Leitung des Kulturquartiers gerät mangels konkreter Konzept-Vorstellungen zunehmend unter Druck. Im Kulturausschuss der Stadt Neustrelitz sorgte ein überraschender Geld-Zuschuss in Höhe von rund 42 000 Euro nun für eine hitzige Debatte um das künftige Programm der Einrichtung. So forderte Thomas Kowarik von der Linksfraktion von der Leitung eine Übersicht über geplante neue Aktivitäten, um die Extra-Zahlung überhaupt zu rechtfertigen. „Irgendwann müssen wir auch mal sagen: Jetzt ist Schluss!“, so das Ausschussmitglied. Der AfD-Stadtvertreter Michael Rose übte darüber hinaus scharfe Kritik an der bisherigen Ausrichtung des Programms: „Es ist nicht einladend genug für junge Leute“, so Rose. Viele Menschen würden das Kulturquartier überhaupt nicht kennen. Eine effektive Werbekampagne fehle bislang.

Noch kein detailliertes Programm

Ein detailliertes Programm konnten die Geschäftsführerinnen des Kulturquartiers, Dorothea Klein-Onnen und Christina Sturm, aber auch an diesem Tag nicht vorlegen. „Wir arbeiten gerade umfangreich Konzepte aus“, so Klein-Onnen. Ein effektiveres Jugendangebot gehört der Geschäftsführerin zufolge jedoch zu den wichtigsten Zielsetzungen des neuen Programms, das das Team noch bis zum Frühjahr überarbeitet.

Mit dem Geld-Zuschuss von mehreren zehntausend Euro soll zunächst das negative Jahresergebnis des Kulturquartiers ausgeglichen werden. „Wir hatten im ersten halben Jahr starke Umsatzeinbrüche“, so Christina Sturm. Aufgrund von geringen Personalkapazitäten konnten die Engpässe wiederum nicht aufgewogen werden. Das Geld, das die Stadt der Einrichtung zur Verfügung stellt, sei allerdings auch sehr knapp kalkuliert. Bei Unvorhersehbarkeiten würden die Mittel offenbar nicht ausreichen.

„Das kriegen wir nie gesteuert“

„Hohe Umsatzeinbußen können aber nicht nur mit schlechtem Wetter begründet werden“, entgegnete Sven Zachmann (CDU). Der Stadtvertreter schlug sogleich vor, im Kulturquartier auch Veranstaltungen fernab der Hochkultur stattfinden zu lassen – wie die Übertragung von Fußballspielen. Damit würde die Institution ein größeres Publikum als bisher ansprechen. Der Ausschussvorsitzende Frank Obermair (CDU) erfragte sogar die Möglichkeit, Hochzeiten in den Hallen feiern zu lassen.

Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) wies jedoch darauf hin, dass das Trauungs-Angebot dann allen Bürgern eröffnet werden müsste. Hochzeits-Terminwünsche kämen dann mitunter plötzlich und durchkreuzten die flexible Planung von Bildungsveranstaltungen. „Das kriegen wir nie gesteuert“, so Grund. Christoph Poland (CDU) befürchtete sogar, dass das Kulturquartier als Austragungsort für Hochzeiten seine Gemeinnützigkeit verliert.

Hannelore Raemisch (Grüne/FDP/PuLS) betonte wiederum, dass das Kulturquartier mehr als ein Kostenfaktor ist. Es werte die Stadt Neustrelitz deutlich auf. Die Personalkosten könnten durch die Einnahmen ohnehin nicht gedeckt werden. Andreas Grund stellte ebenso klar, dass sich die Situation ohne den Zuschuss von rund 42 000 Euro nicht verbessere. Denn dann gehe die Einrichtung mit einem Minusbetrag in die neue Saison. „Jetzt wollen wir es erst mal glatt ziehen.“

Daher sprachen die Ausschussmitglieder doch noch ihre Empfehlung aus, den Zuschuss von der Stadtvertretung absegnen zu lassen und richteten zuletzt versöhnliche Worte an die – erst vor einigen Monaten neu eingestellte – Kulturquartier-Leitung. „Es wurde die letzten Jahre viel verpasst – das ist aber natürlich nicht Ihre Schuld“, so Rose. Auch Marcus Doering von den Linken steuerte in diese Richtung: „Wir rennen hier offene Türen ein. Es kann nur besser werden.“

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Kommentare (2)

das Kulturquartier zur Kneipe! Und über Gemeinnützigkeit braucht man dann auch nicht mehr sprechen.

über die Geschichte der Region Mecklenburg-Strelitz! Wer negative Beispiele im Vergleich dazu sehen möchte, sollte sich mal andere Museen in der Region ansehen.