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Kunst aus Nylon-Schürzen und Omas guter Bettwäsche

Eines dieser Schilder wird bald für die Kunstgemeinde Blankensee ein Werbeträger sein. Erdacht hat sie die Künstlerin Barbara Caveng.  Man beachte den DDR-Flaschenöffner, den sie um ihren Hals trägt. Der hat etwas zu tun mit einer weiteren Idee.  FotoS: R. Nitsch

VonRita NitschEs gibt neue, ausgefallene Ideen für das Blankenseer Kunstprojekt. Sie habenauch mit der DDR-Vergangenheitder Gemeinde zu tun. Eine erste ...

VonRita Nitsch

Es gibt neue, ausgefallene Ideen für das Blankenseer Kunstprojekt. Sie haben
auch mit der DDR-Vergangenheit
der Gemeinde zu tun. Eine erste gemeinsame Aktion mit den Bürgern
und Barbara Caveng
startet am Pfingstmontag
zu „Kunst offen“.

Blankensee.Immer für eine Überraschung gut, das ist
die deutsch-schweizerische Künstlerin Barbara Caveng. Ideen scheinen ihr nie auszugehen. Und das sorgt bei Bewohnern aus Blankensee, Pampow und Freienstein für Wohlwollen. Beim Leserstammtisch & Kunstbürger- Treffen staunten einige Besucher nicht schlecht, dass die Künstlerin um den Hals einen DDR-Flaschenöffner trug und mit einem Nylon-Einkaufsbeutel daher kam. Rätselraten. Grübeln. Waren es vielleicht Geschenke, die sie von den Bürgern bei ihrem Kunstspiel „Tischlein deck dich“ bekam?
Die Auflösung ließ nicht lange auf sich warten. Noch vor Kurzem hatte die Künstlerin die Idee, die Straße zwischen Blankensee und Pampow von beiden Seiten aus lesbar mit Metaphern zu beschreiben. Die Sprüche wollte sie aus ihren Notizen der Gespräche mit Einwohnern ziehen. Doch die Behörden machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Aus verkehrstechnischer Sicht zu gefährlich, wenn auf der Kreisstraße jedermann anhalte und erst einmal alles lesen wolle, hieß es.
„Doch die Idee bleibt, mit der Geschichte der Gemeinde zu arbeiten“, so die Künstlerin. Nur das Forum sei ein anderes geworden. So will Barbara Caveng jetzt einen Gemeindeplatz am Grenzgraben mit einer „begehbaren Skulptur“ gestalten. Ein Platz, an dem man sich schon jetzt trifft – etwa zum jährlichen Verbrennen der Weihnachtsbäume. Bei den Besuchen in den drei Orten der Gemeinde war der Künstlerin das viele Kaminholz auf den Höfen aufgefallen. Hier und da bat sie um ein paar kleine Scheite – und die neue Idee war geboren. Aus 100 Quadratmetern Feuerholz, Steinen und Zitaten auf Holzbrettern ließe sich schon einiges gestalten, meint die Künstlerin. Auch an einen fahrbaren Hochsitz, aus dem ein Kunstkiosk entstehen könnte, denkt Barbara Caveng. Und jetzt kommen auch die Nylon-Einskaufsbeutel und der Flaschenöffner ins Spiel. Warum sollten nicht aus alten Schürzen solche Nostalgiebeutel entstehen, die dann als Souvenir angeboten werden könnten? Aus alter Kleidung und Omas Damastbettwäsche könne man wunderbare Sonnenschirme nähen. Mit einem Schriftzug versehen, lässt sich dort etwas über Herkunft und Geschichte erfahren.
Barbara Caveng hofft auf die Mitwirkung vieler Einwohner aus den drei Dörfern. Wer Lust hatte, konnte sich schon jetzt in eine Tourismus- und eine Sonnenschirmliste eintragen. Auch für die Aufstellung eines Ortsschildes warb Barbara Caveng. Darauf sollte stehen: Pampsee, Blankow oder Blankenow, Kunstgemeinde, Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die meisten Besucher sprachen sich an diesem Abend für „Pampsee“ aus.
Start für das Gesamt-Projekt ist am Pfingstmontag zu „Kunst offen“. Bis dahin werden Nähmaschine rattern und viele Holzbündel vorzubereiten sein.