UMWELTSCHUTZ

Kunstnacht in Neustrelitz hinterlässt Müllberge

Unmengen an Plastikbechern haben die Mitarbeiter des Regiehofs nach der großen Party in Neustrelitz eingesammelt. Der Unrat stößt auf Kritik.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Nach der Kunst- und Einkaufsnacht quollen die Mülleimer über. Doppelt so viel Unrat wie in den Vorjahren ist angefal
Nach der Kunst- und Einkaufsnacht quollen die Mülleimer über. Doppelt so viel Unrat wie in den Vorjahren ist angefallen. NK-Archiv
Neustrelitz.

Neben vielen schönen Erinnerungen hat die Kunst- und Einkaufsnacht am Wochenende in Neustrelitz jede Menge Müll hinterlassen. Acht Kubikmeter Plastikbecher und anderen Unrat haben die Mitarbeiter des Regiehofs am Sonntagvormittag eingesammelt. „Fast doppelt so viel wie in den Vorjahren“, sagte Regiehof-Leiter Holger Pflugradt am Montag. „Das meiste lag vor der Bühne am Markt. Es ist eine Seuche. Wir müssen es der Umwelt zuliebe schaffen, weniger Müll zu produzieren.“

Claudia Mannel vom Café Wandelbar in Neustrelitz hat sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben. „Wir hatten erwartet, dass Lösungen für mehr Umweltschutz umgesetzt werden. Aber leider konnten wir das am Samstagabend nicht vorfinden. Es gab im gesamten Veranstaltungsbereich auf dem Marktplatz und in der Strelitzer Straße nur einen Getränkestand, der zusätzlich zu Einwegbechern aus Plastik auch Mehrwegbecher angeboten hat“, berichtet die Unternehmerin. „Wir möchten unsere Enttäuschung über so viel Unverständnis seitens der Stadt Neustrelitz und den Mitstreitern bei der diesjährigen Kunst- und Einkaufsnacht zum Ausdruck bringen.“ Sie selbst habe in ihrem mobilen Café ausschließlich Mehrweggeschirr im Einsatz. „Wir haben uns entschieden, diesen Weg konsequent zu gehen. Beim Hospizlauf erhielten wir auch sehr viel positive Resonanz für unsere Haltung bezüglich der Müllvermeidung. Das Thema bewegt sehr viele Bürger unserer Stadt. Wann fangen wir in Neustrelitz endlich an, eine konsequente Haltung zum Umweltschutz einzunehmen. Ein Plastiktütenverbot sollte doch auch in der Stadtvertretung mal zum Handeln anregen.“

„Müssen auf alle Fälle eine Lösung finden”

Doch handeln muss nicht die Stadt, sondern die veranstaltende Werbegemeinschaft „Neustrelitz erleben“, erklärte Rathaus-Sprecherin Petra Ludewig. Die Stadt genehmige bei der Einkaufsnacht zwar den Ausschank, habe aber keinen Einfluss darauf, in welchen Gefäßen ausgeschenkt wird. „Ob Einweg oder Mehrweg, das entscheidet der Anbieter selbst.“ Die Werbegemeinschaft könne mit den Anbietern vereinbaren, dass nur Mehrwegbecher in Umlauf gebracht werden dürfen. Dann kämen allerdings nur Anbieter infrage, die die Möglichkeit haben, das Geschirr abzuwaschen.

Daniela Preuß von der Werbegemeinschaft steht dem Thema Müllvermeidung sehr aufgeschlossen gegenüber. „Wir müssen auf alle Fälle eine Lösung finden. Wir werden die Anbieter an einen Tisch holen und beraten, was wir tun können. Das ist eine machbare Größe. Ich bin guter Dinge, dass wir das Thema in positive Bahnen bringen.“

Ausdrücklich befürwortet die Stadt Neustrelitz Initiativen zur Müllvermeidung. „Dazu gehört auch die Verwendung von Mehrweggeschirr bei Veranstaltungen. Bürgermeister Andreas Grund setzt sich bekanntlich auch für die Recup-Initiative ein und hat diese mitinitiiert. Bedenken gegen Mehrweggeschirr bestanden vonseiten des Amtes für Ordnung und Sicherheit auch zur Kunst- und Einkaufsnacht nicht. Sollten die Veranstalter in Zukunft ausschließlich auf Mehrweggeschirr setzen und dies langfristig beim Einholen von Angeboten berücksichtigen wollen, würde die Stadt dies auf jeden Fall begrüßen“, teilte Petra Ludewig mit.

20 Mülltonnen aufgestellt

Der Regiehof hatte zur Kunstnacht 20 Mülltonnen aufgestellt, die im Verlauf des Abends einmal geleert wurden. Einen Großteil des Mülls hatten die Anbieter in Säcken zur Abholung bereitgestellt. Trotzdem lagen besonders auf dem Markt viele zertretene Plastikbecher. „Solcher Müll kann nur mit hohem Aufwand eingesammelt werden.“ Um 7 Uhr begannen die Mitarbeiter des Regiehofs am Sonntag mit dem Aufräumen. Gegen 12 Uhr waren sie fertig.

Abgesehen vom Müllproblem sind die Veranstalter zufrieden. „Es war sehr gut besucht, für Groß und Klein war etwas dabei. Ich habe keine negativen Reaktionen gehört“, sagte Daniela Preuß am Montag. Im kommenden Jahr solle es wieder eine Nacht der Künste mit Einkaufsnacht geben. Der Zeitpunkt steht auch schon fest: das zweite Septemberwochenende.

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Kommentare (3)

...hat man 2019 Plastik entdeckt. Eine Vorbereitung und Planung mit den Beteiligten macht man im Vorfeld einer Veranstaltung und nicht hinterher.

Das ist eben die heutige asoziale Gesellschaft, mit der rot-grünen Umerziehung. Ich glaube niemals daran, das diese Gesellschaft sich jemals wandeln wird. Viel mehr werden wir noch mehr Müll produzieren und am Ende darin ersticken. Die Werbeindustrie und Hollywood leben es täglich vor und die dummen Affen auf der Straße, machen es halt wieder nach. Macht man es hingegen richtig, verzichtet auf Konsum, verzichtet auf Hollywood und vermeidet Müll, dann ist man wieder schnell der Nazi, weil es eben wieder zu ordentlich ist.

So ist es eben,als ich noch ein klein war, da hatten wir noch auf jeden Dorf ein Kiosk und dort wurde alles lose gekauft.Meine Eltern und ich sind mit Körben einkaufen gegangen und man nahm sich so viele Kartoffeln und Obst wie mann mochte.
Heute ist es so, wenn ich irgendwo einkaufen gehe dann eine Banane bitte? ja. Eine tüte dazu? Aber sicher doch.
Dann noch eine Schachtel Zigaretten.
Eine tüte für die Zigaretten ?
ja aber sicher doch wie soll ich die denn sonst tragen?
Dann das ganze Obst und Gemüse was alles schick in Plastik verpackt ist, weil es ja aus anderen Ländern importiert werden muss, weil wir hier anscheinend nichts haben.
Fazit:
gehst für 30 € einkaufen, nimmst für 50 € Müll mit nach Hause.
Selbst schuld diese Gesellschaft