Die anvisierte Verkehrswende bringt es mit sich, dass immer mehr Fahrzeuge eine Strom-Tanke brauchen statt der klassischen Zap
Die anvisierte Verkehrswende bringt es mit sich, dass immer mehr Fahrzeuge eine Strom-Tanke brauchen statt der klassischen Zapfsäule. In Neustrelitz auf dem Venusberg steht nun E-Ladesäule Numero Fünf (Foto links) und ist ab sofort nutzbar. Hendrik Schmidt/Stadtwerke Neustrelitz
E-Mobilität

Ladenetz für E-Autos in Tourismusregion soll wachsen

Sowohl in Neustrelitz als auch in der Kleinseenplatte gibt es Pläne für neue Ladesäulen-Standorte. Zum Teil ist es erst der Einstieg in den Ausbau.
Wesenberg

Nach einem Masterplan, so heißt es vom Bundesverkehrsministerium, soll in Deutschland die Ladeinfrastruktur für E-Autos verbessert werden. Denn der Anteil der Elektrofahrzeuge steigt stetig, während es im Ladenetz vielerorts – vor allem in ländlichen Regionen – noch Lücken gibt. Diese Erfahrung müssen E-Auto-Fahrer auch in der Kleinseenplatte rund um Mirow und Wesenberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) machen.

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Mehr Urlauber mit E-Autos unterwegs

So wie der Anteil an rein Akku-betriebenen Autos insgesamt zunehme, steige natürlich auch der Anteil an Urlaubern, die mit solchen Fahrzeugen anreisen. „Bislang müssen wir diese Gäste aber nach Neustrelitz schicken, wenn sie ihr Auto laden müssen“, erklärt Enrico Hackbarth von der Kleinseenplatte Touristik GmbH. Teilweise gebe es Ferienanbieter, bei denen das Strom auftanken für Übernachtungsgäste direkt am Ferienhaus oder dem Hotel möglich ist. Aber für Tagesausflügler und Durchreisende fehle es nahezu komplett an Möglichkeiten.

Zehn neue Säulen im Visier

Daher will man in der Kleinseenplatte bereits in den Startlöchern stehen, wenn demnächst neue Förderrunden für das Bundes-Programm ausgerufen werden. Mit dem Projekt „Pkw-Ladeinfrastruktur Mecklenburgische Kleinseenplatte“ wurden nun insgesamt zehn Standort ausgelotet, an denen der Aufbau von Ladesäulen möglich wäre. „Das heißt, wir haben kommunale Flächen gefunden und mit dem Stromversorger Edis bereits abgeklärt, ob dort auch genügend Leistung anliegt“, erklärt Hackbarth. Neue Ladesäulen könnte es demnach in Wustrow, Canow, Priepert, Mirow, Blankenförde, Diemitz, Strasen und mehrere in Wesenberg geben.

Hoffnung auf Fördermittel

Die Antragstellung der Fördermittel solle von der Touristik GmbH übernommen werden. Letztlich sei der Ausbau aber nicht nur für Urlauber notwendig, sondern auch für einheimischen E-Auto-Fahrer oder Pendler, sagt Hackbarth. Sollte es das Geld geben, müsse am Ende aber noch ein Partner gefunden werden, der die Säulen aufstellt und betreibt.

Fünfte Ladesäule in Neustrelitz installiert

Ein paar Schritte weiter ist man hingegen in den größeren Städten der Seenplatte. So haben die Stadtwerke Neustrelitz gerade erst in dieser Woche ihre fünfte E-Ladesäule in Betrieb genommen, und zwar im Zentrum auf dem Venusberg. Außerdem haben die Stadtwerke die Betriebsführung für drei Stationen in Rechlin übernommen, heißt es in einer Mitteilung des kommunalen Versorgers. Bei den derzeit nun fünf Neustrelitzer Ladesäulen soll es nicht bleiben. Weitere Stationen sind geplant, darunter eine Schnellladesäule am Leea und Normal-Ladestationen am Carolinum, am Hafen-Parkplatz, am Netto-Parkplatz Kiefernheide und am Bahnhof.

Vorreiter bei E-Mobilität

Hauptkriterien für die Errichtung von Ladesäulen sei die Wirtschaftlichkeit, heißt es. Standorte werden in Absprache mit Stadt geplant. Dabei wird beispielsweise Wert auf touristische oder verkehrstechnische Knotenpunkte gelegt, um eine entsprechende Fahrzeugfluktuation zu garantieren. Neustrelitz habe laut Auskunft der Stadtwerke im Verhältnis zur Einwohnerzahl einen Spitzenschnitt an Ladesäulen. „Die Stadtwerke waren und sind Vorreiter im Bereich E-Mobilität“, erklärt das Unternehmen. In diesem und im nächsten Jahr werden zum Beispiel zwei Schnelllader ohne Förderung aufgestellt, was mit rund 200 000 Euro zu Buche schlage. Eine Auslastung der Ladesäulen sei dabei noch nicht gegeben.

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