Stadtentwicklung

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Land gibt noch mehr Geld für Turmbau

Auf dem Neustrelitzer Schlossberg könnte bald ein Turm gebaut werden. Ein Angebot des Landes liegt vor. Jetzt müssen die Stadtvertreter entscheiden. Foto: Tobias Lemke
Auf dem Neustrelitzer Schlossberg könnte bald ein Turm gebaut werden. Ein Angebot des Landes liegt vor. Jetzt müssen die Stadtvertreter entscheiden. Foto: Tobias Lemke
Tobias Lemke

9 Millionen Euro. Diese Summe steht für die Gestaltung des Neustrelitzer Schlossbergs im Raum. Jetzt müssen die Stadtvertreter entscheiden, ob sie das Angebot aus Schwerin annehmen möchten.

Die mögliche Summe, die für Turmbau, Kellersanierung und Gestaltung des Neustrelitzer Schlossbergs zur Verfügung stehen könnte, wächst weiter. Jetzt hat das Wirtschaftsministerium des Landes nochmal 1 Million Euro in Aussicht gestellt. Das teilte Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) am Montagabend bei der Sitzung der SPD-Fraktion in Neustrelitz mit. Damit ist die Gesamtsumme, die derzeit im Raum steht, auf 9 Millionen Euro angewachsen, wovon nach aktuellem Stand 7 Millionen das Land beisteuern würde und 2 Millionen die Stadt aufbringen müsste. „Damit ist das Land weit über die Mittellinie auf die Stadt zumarschiert”, sagte Mathias Brodkorb (SPD).

Jetzt muss ein Grundsatzbeschluss her

Das Land stellt die Gelder nur dann bereit, wenn die Stadtvertreter mit einem Grundsatzbeschluss festlegen, dass sie das Angebot annehmen und den Turm haben möchten. Dieser Beschluss kann voraussichtlich bei der nächsten Stadtvertretersitzung am 13. Dezember gefasst werden. Darüber herrschte bei der Sitzung, zu der viele Neustrelitzer gekommen waren, weitgehend Konsens.

Die Zeit drängt

Der Finanzminister mahnte zur Eile. „Seit 1990 gibt es keine Entscheidung. Es ist genug diskutiert worden. Die Stadtvertretung muss doch in der Lage sein, zu entscheiden, will ich einen Turm oder nicht. Die Förderperiode läuft aus, darum drängt die Zeit. Ich hoffe, dass es am 13. Dezember in Neustrelitz und Schwerin einen Grund geben wird, anzustoßen und mit viel Liebe an den jeweils anderen zu denken.”

Zwei Vorschläge für Gestaltung des Turms

Er betonte, dass es bei dem Beschluss allein darum gehen muss, ob der Turm gebaut werden soll. Wie er aussehen und genutzt werden soll – darüber könne später diskutiert und abgestimmt werden. In Neustrelitz gibt es zur Zeit mindestens zwei Ideen, wie der Turm gestaltet werden könnte. Der Residenzschlossverein möchte den Turm originalgetreu haben und lässt gerade von einem Spezialunternehmen eine virtuelle Grafik erstellen. Die Spitze ist schon fertig. „Wir wollen den Besuchern vermitteln können, welcher architektonischer Schatz dort am Ende des Zweiten Weltkriegs und vor allem danach zerstört worden ist”, erklärte Vereinsvorsitzender Jürgen Haase.

Architekt Christian Peters und FDP-Stadtvertreter Bernd Werdermann favorisieren einen Turm, der an das Original erinnert, aber nicht exakt originalgetreu ist. Sie haben ihre Grafik bereits fertig. „Erinnerungsarchitektur, die in vereinfachter Form aber in selber Größe und am selben Standort die Silhouette des verschollenen Schlosses aufzeigt”, erklärte Christian Peters.

Friedensangebot kommt gut an

Was auch immer auf dem Schlossberg gebaut wird, nach der jahrelangen Debatte zeigten sich am Montag ein Großteil der Anwesenden froh über den gegenwärtigen Stand der Einigung. „Das Friedensangebot aus Schwerin finde ich vorzüglich”, sagte Christian Peters. „Der Turm könnte ein Touristenmagnet werden”, so Karl-Heinz Rossow von den Neustrelitzer Münzfreunden. SPD-Stadtvertreterin Kathleen Supke sagte, sie finde das Angebot des Landes fair und begrüße es sehr. Bertram Barthel aus Neubrandenburg vom Verein Stadtbild Deutschland nannte das Vorhaben einen „Leuchtturm im wahrsten Sinne des Wortes”. SPD-Stadtvertreter Michael Körner regte an: „Alle, die Vorschläge und Meinungen haben, sollten zusammen kommen und gemeinsam in die Zukunft gehen.” Und SPD-Landtagsabgeordneter Andreas Butzki stellte fest. „Es muss nach oben gehen, nicht nach unten.”

Die Stadtvertretersitzung am Donnerstag, dem 13. Dezember, im Rathaus beginnt um 18 Uhr. Sie ist öffentlich.