FLAGGENORDNUNG

Land verbietet Regenbogenfahne am Neustrelitzer Rathaus

Im August findet in Neustrelitz wieder der CSD statt. Die Regenbogenflagge darf dann allerdings nicht an den für hoheitliche Fahnen vorgesehenen Masten wehen.
Vor zwei Jahren wehte die Regenbogenflagge noch vor dem Neustrelitzer Rathaus im Wind (links im Bild). Für die geplante P
Vor zwei Jahren wehte die Regenbogenflagge noch vor dem Neustrelitzer Rathaus im Wind (links im Bild). Für die geplante Parade in diesem Jahr kam nun der Hinweis aus Schwerin, dass die Fahne nicht mit der Beflaggungsverordnung des Landes vereinbar sei (Archivbild). Susanne Böhm/Archiv
Neustrelitz.

Mit der Überschrift hat der Nordkurier wohl schlafende Hunde in Schwerin geweckt. Nachdem getitelt wurde, dass die Regenbogenflagge wieder in Neustrelitz gehisst wird und so auf den bevorstehenden Christopher-Street-Day (CSD) am 22. August aufmerksam machte, ging Anfang der Woche plötzlich ein Verbot aus dem Innenministerium im Neustrelitzer Rathaus ein. Die Regenbogenflagge sei an den offiziellen Masten nicht erlaubt, so die Information, die die Verwaltung nun an den Verein Queer-Strelitz weiterreichen musste. Das Verbot sei mit der Beflaggungsverordnung des Landes begründet worden. Diese sehe keine Regenbogenfahne an Rathäusern vor, habe es aus dem von Lorenz Caffier (CDU) geführten Ministerium geheißen.

Auch Rostock erhielt einen solchen Hinweis

„Das finden wir sehr schade“, sagt Christian Arnold Krüger vom Verein Queer-Strelitz, der den CSD in Neustrelitz organisiert. Neu sind solche Diskussionen indes nicht. So hatte etwa auch die Stadt Rostock im Juni einen entsprechenden Hinweis aus dem Innenministerium erhalten. Auch auf Bundesebene gab es schon Diskussionen um die Regenbogenflagge an hoheitlichen Fahnenmasten. Gegen den Willen des Bundesinnenministers hissten 2017 etwa das Umwelt- und Außenministerium Regenbogenfahnen, berichtete etwa ein queeres Nachrichtenportal. Falls man es darauf ankommen lassen wollte, so würde es wahrscheinlich auch im Fall von Neustrelitz lediglich bei einer Androhung einer Strafe bleiben, vermutet Krüger.

„Die Stadt steht von Anfang an hinter uns“

Ärger müsse sich die Stadt wegen des Fahnenverbots aber nicht unbedingt auf den Tisch ziehen. „Die Stadt steht von Anfang an hinter uns, da können wir uns absolut nicht beschweren“, sagt Krüger. So ist der Neustrelitzer Bürgermeister zum Beispiel Schirmherr des CSD, der in der Region abwechselnd in Neustrelitz und Neubrandenburg stattfindet.

Wichtig ist den CSD-Organisatoren, dass nun entlang der geplanten Umzugsstrecke Möglichkeiten zum Flaggenhissen an einer präsenten Stelle gefunden werden. Aufgrund der aktuellen Lage finde diesmal keine Abschlussparty statt, dafür werde die Tour durch die Stadt länger ausfallen und gebe es Programmpunkte während der ganzen Woche. „Da wäre es schön, wenn Gäste der Stadt auch die Regenbogenflagge als wichtiges Zeichen wahrnehmen können“, hofft Krüger.

Hauruck-Aktion vor zwei Jahren

Ohne zu viel versprechen zu wollen, kann Rathaus-Sprecherin Petra Ludewig diesbezüglich aber Mut machen. Es sollte sich ein Platz finden. Neben den offiziellen Fahnenmasten gebe es in der Stadt jede Menge weiterer Möglichkeiten – etwa vor der Tourist-Info oder an anderen Masten, die sonst für Werbezwecke genutzt werden. Vor zwei Jahren übrigens wurde die Regenbogenflagge vor dem Neustrelitzer Rathaus noch gehisst. Allerdings sei das damals eher eine spontane Hauruck-Aktion gewesen, erinnert sich Krüger.

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