FACHKRÄFTEMANGEL

Land will wissen, wie Hebammen ticken

Die Nachricht von der zeitweiligen Schließung des Kreißsaals in Neustrelitz hat hohe Wellen geschlagen. Das Schweriner Gesundheitsministerium plant nun eine Hebammen-Studie.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Diese Türen bleiben ab dem 1. Juli vorerst zu. Im Kreißsaal von Neustrelitz fehlt es aktuell an Hebammen. Das Krankenhaus rechnet damit, dass zum 1. Oktober die Arbeit wieder aufgenommen werden kann.
Diese Türen bleiben ab dem 1. Juli vorerst zu. Im Kreißsaal von Neustrelitz fehlt es aktuell an Hebammen. Das Krankenhaus rechnet damit, dass zum 1. Oktober die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Robin Peters
Neustrelitz.

Kann das eine Hilfe für Neustrelitz sein? Das Schweriner Gesundheitsministerium plant eine Hebammen-Studie. Damit soll herausgefunden werden, welche Faktoren und Maßnahmen die Motivation der Hebammen zu einer Tätigkeit in der klinischen Geburtshilfe erhöhen können, erklärt Ministeriums-Sprecher Gunnar Bauer vor dem Hintergrund des akuten Mangels an Hebammen in Neustrelitz. Erst in dieser Woche hatte das DRK-Krankenhaus in Neustrelitz mitgeteilt, dass aufgrund von Personalmangel der Kreißsaal ab dem 1. Juli vorübergehend schließen muss.

Neustrelitz ist kein Einzelfall: Auch in der Kinder- und Jugendabteilung der Asklepios-Klinik in Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) werden aus Personalmangel derzeit keine Patienten behandelt. Aus dem Gesundheitsministerium in Schwerin hieß es, beide Fälle zeigten den sich verschärfenden Fachkräftemangel. Vom 22. bis 28. Dezember 2018 hatte zuvor das Mediclin-Krankenhaus in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) seinen Kreißsaal wegen Personalmangels schließen müssen.

Land zum Handeln aufgefordert

Auch im Schweriner Landtag bleibt diese Entwicklung nicht unbemerkt. Und bei der Opposition wird Unverständnis laut. „Schon wieder Personalmangel!“, kommentierte der Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler/BMV, Bernd Wildt, am Dienstag die Situation. Er forderte das Land zum Handeln auf. „Die Landesregierung darf nicht weiter auf bundesweite Lösungsansätze warten.“ Das Ministerium plant eine gezielte Förderung der Weiterbildung zum Kinder- und Jugendarzt sowie darauf aufbauender Spezialisierungen, wie Bauer sagte. Durch die Anstellung an einem Zentrum und die zeitweise „Ausleihe“ an kleine pädiatrische Abteilungen soll die Bereitschaft junger Mediziner für eine Tätigkeit im ländlichen Raum gesteigert werden.

Im Bereich der Hebammen sei zum einen die Studie geplant. Außerdem werde nach Wegen gesucht, wie ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkannt werden können, hieß es weiter. Von heute auf morgen wird es aber keine Lösung des Fachkräftemangels in der Geburtenhilfe geben. „Diese Maßnahmen können erst mittelfristig greifen“, sagt Bauer.

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