SOMMERSAISON

Landestheater Neustrelitz schmeißt drei Sahnestücke raus

Die Sommersaison des Landestheaters rückt immer näher. Bevor das neue Programm kommen kann, werden gleich drei erfolgreiche Inszenierungen von der Bühne verabschiedet.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Robin Peters Robin Peters
Thomas Pötzsch, Josefin Ristau und Karin Hartmann (von links) zeigen in Brechts Dreigroschenoper, dass sie auch überaus schrille Figuren verkörpern können.
Thomas Pötzsch, Josefin Ristau und Karin Hartmann (von links) zeigen in Brechts Dreigroschenoper, dass sie auch überaus schrille Figuren verkörpern können. www.tomschweers.de
Neustrelitz.

Das Landestheater Neustrelitz verabschiedet sich im April gleich von drei erfolgreichen Bühnenprojekten. Bevor die Sommerevents starten, müssen die „Musical Gala“, „Ein Maskenball“ und die „Dreigroschenoper“ vom Spielplan weichen. In der Woche nach Ostern bekommen Zuschauer ein letztes Mal die Chance, die Stücke zu besuchen.

Die „Musical Gala” wartet mit Liedern aus fünf legendären Broadway-Musicals von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II. auf. Mit von der Partie: „If I Loved You”, „Climb Ev‘ry Mountain” oder „You‘ll never walk alone”, welches später zur Fußballhymne wurde. Vier Solisten werden von rund 40 Sängern aus dem Opernchor des Theaters und des Philharmonischen Chors Neubrandenburg unterstützt.

Hundert Kleider mit Strelitz-Motiven

Ganz andere Töne schlägt „Ein Maskenball” an. „Für alle Sänger ist diese Verdi-Oper ein monströses Projekt”, sagte Lothar Krause in einem Gespräch mit dem Nordkurier. Für die Bühne der Residenzstadt kreierte der junge Regisseur etwas ganz Besonderes: Er versetzte die Geschichte an den Neustrelitzer Hof von Adolf Friedrich VI., Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Aufwendig wurden Bühnenbild und Kostüme hergerichtet, um das Publikum in die damalige Zeit zu versetzen.

Neben etwa hundert Kleidern mit historischen Strelitz-Motiven verpassen bekannte regionale Gesichter und Schicksale der Aufführung ein Stück Heimatgeschichte. Dabei wird das italienische Original der Oper kaum verändert.

Großartige Leistung der Schauspieler

Chaotischer, und vor allem verrückter geht es bei der „Dreigroschenoper” zu. Regisseur Rainer Holzapfel präsentiert seine Version des Erfolgsstücks von Bertolt Brecht. Da geht es heiß her auf der Bühne, wenn Mackie Messer (Alexander Mildner) vom Oberhaupt der Bettler-Mafia (Tomas Pötzsch) gejagt wird und um ein Haar am Galgen endet.

Von Beginn an prasselt ein Feuerwerk der Obszönitäten auf die Zuschauer nieder, unterhalten vielschichtige Gauner, aberwitzige Überraschungen und dürftig bekleidete Darsteller. Ein Stück, das durch die großartige Leistung der Schauspieler noch mehr Qualität gewinnt. Das überzeugte auch das Publikum. In 16 Vorstellungen lockte die Dreigroschenoper 3500 Besucher in das Landestheater.

Musical Gala, Ostermontag, 22. April, um 16 Uhr

Ein Maskenball, Freitag, 26. April, Einführung mit Historikerin Sandra Lembke im Rangfoyer um 18.45 Uhr, Vorstellung um 19.30 Uhr

Dreigroschenoper, Samstag, 27. April, um 19.30 Uhr

Karten gibt es beim Theaterservice in der Glambecker Straße 5, unter der 03981 20 64 00 oder auf www.theater-und-orchester.de.

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