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Landkreis: Stadt war in bedrohlicher Lage

Das war wirklich gefährlich: In diesem Sicherheitsbehälter des Munitionsbergungsdienstes musste der Sprengstoffe aus Woldegk abtransportiert werden.
Das war wirklich gefährlich: In diesem Sicherheitsbehälter des Munitionsbergungsdienstes musste der Sprengstoffe aus Woldegk abtransportiert werden.
Heike Sommer

Jetzt steht fest, worum es sich bei den Substanzen handelt, die vor einigen Wochen in einer Woldegker Wohnung gefunden wurden.

Es bestand eine bedrohliche Lage für die Stadt Woldegk und deren Anwohner. Dieses Fazit zieht der Landkreis nach dem Vorfall im Februar in der Kleinstadt. Dort war auf einem Balkon eines Mehrfamilienhauses in der Ernst-Thälmann-Straße Rauch beobachtet worden. Als die Retter eintrafen, stellten sie fest, dass ein 34-jähriger Woldegker dort eine bis dahin unbekannte Substanz entzündet hatte. Ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und auch der Katastrophenschutz rückten an. Wohnungen wurden evakuiert und das Stadtzentrum gesperrt. In der Wohnung fand die Polizei weitere Stoffe, die sicher gestellt wurden.

Jetzt sind die Untersuchungen seitens des Landeskriminalamtes abgeschlossen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatte der Tatverdächtige rund vier Kilogramm Explosivstoffe hergestellt, die durch den Munitionsbergungsdienst "kontrolliert vernichtet wurden". Außerdem wurden in der Wohnung rund 160 Kilogramm Chemikalien gefunden. Dabei handelt es sich nach Angaben der Polizei um Industrie- und Haushaltschemikalien, die jedoch durchaus dazu geeignet waren, Sprengstoff herzustellen. Dabei handelt es sich unter anderem um Dünger und unterschiedliche Säuren. Der 34-jährige Woldegker zeigte sich sofort geständig. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird nicht von einer politisch motivierten Tat ausgegangen. Derzeit gibt es auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann den Sprengstoff tatsächlich einsetzen wollte. Er selbst hatte sich stattdessen als experimentierfreudig bezeichnet und damit sein Chemiearsenal begründet. Die Kriminalpolizei ermittelt setzt die Ermittlungen in dem Fall fort.