Brandschutz in Neustrelitz

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Lange Mängelliste für kleine Feuerwehren

Das Feuerwehrhaus in Klein Trebbow hat durchaus seinen Charme, modernen Anforderungen entspricht es aber längst nicht mehr.
Das Feuerwehrhaus in Klein Trebbow hat durchaus seinen Charme, modernen Anforderungen entspricht es aber längst nicht mehr.
Susanne Böhm

Mehr Leute werden gebraucht und bei der Qualifikation besteht auch Nachholbedarf: Bei den Feuerwehren in Klein Trebbow und Fürstensee ist viel zu tun, sagen die Brandschutzbedarfsplaner.

Die Feuerwehren in Klein Trebbow und Fürstensee brauchen mehr aktive Mitglieder. Das hat die sogenannte Brandschutzbedarfsplanung ergeben, die die Stadt Neustrelitz jetzt von einem Unternehmen für Sicherheitsberatung erstellen lassen hat. Wenn sich für beide Ortswehren der Feuerwehr Neustrelitz keine weiteren Freiwilligen finden, ist die Einsatzbereitschaft nicht dauerhaft gesichert, teilte die Sicherheitsberatung Luelf & Rinke den Stadtvertretern auf ihrer jüngsten Sitzung mit.

In Fürstensee sind derzeit fünf Kameraden aktiv, in Klein Trebbow neun. In keiner der beiden Ortswehren ist ein Atemschutzgeräteträger, in Klein Trebbow nicht einmal ein Maschinist. Die Anzahl der Einsätze hält sich bei beiden Wehren in Grenzen. In den vergangenen zwei Jahren rückten beide nur zu einem Brand aus. Dabei kann die Freiwillige Feuerwehr Neustrelitz auf keinen ihrer vier Standorte verzichten, wie die Sicherheitsberater betonten. „Für die Abdeckung der Stadt und ihrer Ortsteile sind Fahrzeiten von zwei bis sechs Minuten notwendig. Für die notwendigen Eintreffzeiten sind die Standorte in Fürstensee und Klein Trebbow erforderlich. Darum sollten bestehende Strukturen grundsätzlich erhalten bleiben“, so die Brandschutzbedarfsplanung.

Für Klein Trebbow sogar ein neues Haus gefordert

Die Brandschutzexperten empfehlen der Stadt Neustrelitz, die Anzahl der aktiven Kräfte zu erhöhen, für noch bessere Qualifikation der Feuerwehrleute zu sorgen und beide Ortswehren stärker in das Einsatzgeschehen einzubinden. Sie schlagen unter anderem noch professionellere Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit vor. Außerdem müsse das Ehrenamt attraktiver werden. Dabei räumen die Planer jedoch ein, dass es „in ländlich-dörflich geprägten Strukturen erfahrungsgemäß schwierig ist, eine einsatzbereite und leistungsfähige Feuerwehr zu bilden und zu erhalten“.

Sollte es gelingen, die Ortswehren personell gut aufzustellen, ist nach Einschätzung der Sicherheitsberater aber noch längst nicht genug getan. Dann nämlich muss Geld in die Hand genommen werden. Ins Feuerwehrhaus in Fürstensee muss eine Abgasabsauganlage eingebaut werden. Außerdem mahnen die Brandschutzplaner einen getrennten Alarmzugang an. Die Situation in Klein Trebbow schätzen die Fachleute sogar als gänzlich unzumutbar und unzulässig ein. „Diverse funktionale Mängel. Umfassende Behebung nur durch Neubau möglich“, so ihr Fazit. Ein neues Feuerwehrhaus muss her.

Mehr Parkplätze gebraucht

Natürlich fanden die Brandschutzbedarfsplaner auch an den Standorten in Neu- und Altstrelitz Dinge, die nachjustiert werden müssen. So braucht Neustrelitz mehr Parkplätze und bessere Bedingungen im Umkleidebereich. Gleiches gilt für Altstrelitz, wobei hier zusätzlich die „Ein- und Ausfahrtsituation“ bemängelt wurde. Personell gilt nach Ansicht der Berater für alle Standorte: mehr Personal, mehr Atemschutzgeräteträger, mehr Maschinisten, mehr Gruppenführer.

Besonders bei den Frauen sehen die Planer Potenzial. Insgesamt ist die Feuerwehr Neustrelitz aus Sicht der Fachleute aber gut aufgestellt, wenngleich „die Mitgliederstärke im Vergleich zu ähnlich großen Städten eher gering ist“. In Neustrelitz sind 36 Kameraden aktiv, in Altstrelitz 25. Die Stadtvertreter bestätigten den Brandschutzplan einstimmig. Wie und ob er umgesetzt werden kann – da werden sie sich Gedanken machen müssen.