TOURISMUS

Magazine landen nach der Grünen Woche im Müll

Was passiert eigentlich mit Prospekten und Magazinen, die auf Messen übrigbleiben? Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte entschied sich nach der Grünen Woche für eine rabiate Lösung.
Robin Peters Robin Peters
Ingmar Höfgen Ingmar Höfgen
Rund 250 Magazine landeten nach der Grünen Woche im Müll.
Rund 250 Magazine landeten nach der Grünen Woche im Müll. Ingmar Höfgen
Neustrelitz.

Eins darf auf keiner Messe fehlen: Werbung zum Mitnehmen. Ohne eine ganze Tasche voll aufwendig gedruckter Magazine und Flyer wird, selbst im Zeitalter der Digitalisierung, kein Besucher mehr aus einer Messehalle gelassen. Wer dennoch eisern auf eine kostenfreie Broschüre verzichtet – und sich damit auf der Seite der Umwelt wähnt, wird allerdings nicht selten von Bildern wie diesen enttäuscht: Denn nach der Grünen Woche landeten gleich Hunderte Magazine des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte e.V. im Müll – hatte eine Mitarbeiterin doch schon im Vorfeld die A4-Broschüren gegenüber dem Nordkurier als Format ausgemacht, das die Leute offenbar nicht so gerne mitnehmen.

Der Tourismusverband räumt nun ein, dass nach der Messe tatsächlich etwa 250 Broschüren weggeworfen wurden, die auf der Grünen Woche übrig geblieben sind. Dies sei mit den in der Geschäftsstelle für die Messe- und Drucksachen verantwortlichen Kollegen vor Ort abgestimmt worden. Allerdings handele es sich um die Restbestände zweier Broschüren (Camping, Reisemagazin), diese seien nämlich zeitnah bereits durch Neuauflagen ersetzt worden.

Mittlerweile bewusst zeitlos gedruckt

Aber: „Auf Messen nicht vergriffene und darüber hinaus aktuelle Broschüren werden im Allgemeinen nicht weggeworfen“, sagt Bert Balke, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Im Gegenteil: Die Erfahrung der zurückliegenden Monate zeige dem Verband eine enorme Nachfrage. „Zuletzt wurden daher keine Prospekte zurücktransportiert, sondern mussten sogar nachgeliefert werden – auch für die Grüne Woche“, sagt Balke.

Immerhin: Das Gastgeberverzeichnis (GGV) Mecklenburgische Seenplatte sei mittlerweile bewusst zeitlos, ohne Aufdruck einer Jahreszahl, gedruckt worden. Verzeichnisse der Teilregionen wie die Kleinseenplatte würden seit Kurzem in den Rang des Gesamtkatalogs rücken. „Unser Verband und seine Partner-Touristinformationen haben sich aus den gewonnenen Erfahrungen entschlossen, ein Nebeneinander von Gesamt- und Regionen-Gastgeberverzeichnis zu beenden“, sagt Balke. Ohnehin erreiche der Tourismusverband im Internet wesentlich mehr Kunden als mit den Magazinen: „Nach unseren Auswertungen informieren wir jährlich fast eine Million Kunden mit unseren Internetseiten“, sagt Balke.

 

StadtLandKlassik - Konzert in Neustrelitz

zur Homepage