Krabbel-Tier

:

Maikäfer - früher Futter für Hühner, heute absolut selten

Maikäfer sind heute selten. Früher gab es reichlich von diesen Käfern.
Maikäfer sind heute selten. Früher gab es reichlich von diesen Käfern.
Anett Seidel

Einst gab es so viele Maikäfer, dass diese sogar von Schulkindern gesammelt wurden. Heute gibt es die Krabbler nur noch selten. Wer einen findet, darf sich glücklich schätzen. In Neustrelitz ist das jetzt beim Baumpflanzen passiert.

Kennen Sie noch Maikäfer? Ja, natürlich, wird jetzt die Antwort lauten. Doch Hand aufs Herzen, wann haben sie das letzte Mal so einen Krabbler gesehen? Das dürfte lange her sein. Denn Maikäfer sind äußerst selten geworden. Naturschützer Erwin Hemke aus Neustrelitz hofft jedoch, dass es schon bald wieder mehr von der Population der Maikäfer geben wird. Er hat Grund zu dieser Annahme, gerade hat er gemeinsam mit dem Stadtförster Peter Höfener beim Bäumepflanzen in der Neustrelitzer Kalkhorst ein hübsches Maikäfer-Weibchen entdeckt.

„Der Käfer muss im Herbst 2014 aus dem Stadium eines Engerlings geschlüpft sein“, so der Experte. Ihn freut es und er erinnert daran, dass Maikäfer früher häufig in den Neustrelitzer Wälder zu finden waren. Die Schulkinder haben sogar frei bekommen, um die Käfer zu sammeln. „Die Käfer wurden zu Hühnerfutter verarbeitet“, sagt Erwin Hemke. Eine grausige Angelegenheit war das, denn die Krabbler wurden mit heißem Wasser abgetötet und den Hühnern anschließend vorgeworfen. Das Federvieh fraß begierig.

Arbeiter müssen die Krabbler von den Bäumen schütteln

„1932 erließ die Regierung von Mecklenburg-Strelitz eine Verordnung, nach der Schulklassen vom Unterricht freigestellt wurden, um in die Wälder zu ziehen, damit sie Mäikäfer sammelten“, erinnert der Neustrelitzer. Von der Kämmerei wurden Arbeiter freigestellt, um die Käfer von den Bäumen zu schütteln. „Es wird berichtet, dass die Schüler der Bürgerschule ihre gesammelten Maikäfer der Gasanstalt zur Erzeugung von sogenanntem Maikäfergas zur Verfügung stellten.“

Inzwischen sind die Maikäfer nahezu ausgestorben. Selbst Erwin Hemke, der stets wachsamen Auges durch die Natur zieht, hat zuletzt 1975 eine Maikäfer-Begegnung gehabt. Damals beim Rat des Kreises beschäftigt, kam eine Frau mit einem Käfer zu ihm. Sie wollte wissen, was dran ist an der alten Bauernregel vom drohenden kalten Winter, wenn man im Herbst einen Maikäfer fand. Auf die Frage wusste selbst der Naturschützer keine Antwort.