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Marode Straßen weiter auf der Warteliste

Besonders schlecht ist die Straße zwischen Blankensee und Warbende an der gefährlichen Doppelkurve. Hier tauchen aus dem porösen Asphalt auch noch Pflastersteine auf. Die Straße soll nun frühestens 2018 erneuert werden.
Besonders schlecht ist die Straße zwischen Blankensee und Warbende an der gefährlichen Doppelkurve. Hier tauchen aus dem porösen Asphalt auch noch Pflastersteine auf. Die Straße soll nun frühestens 2018 erneuert werden.
Marlies Steffen

Eine Prioritätenliste für die Sanierung von Kreis­straßen ist noch gar nicht abgearbeitet, da ist schon die nächste in Sicht. Wer an wenig genutzten Straßen wohnt, wird sich künftig mit Mindeststandards zufriedengeben müssen.

Es ist nicht zu fassen. Die marode Kreisstraße von Blankensee nach Warbende soll frühestens 2018 erneuert werden. Dabei ist sie seit langem eine echte Gefahrenquelle. Vor allem an der tückischen Doppelkurve, die auch noch ein starkes Gefälle aufweist. Hier tauchen mitten aus dem porösen Asphalt plötzlich Pflastersteine auf. Wer sich nicht auskennt oder zu schnell unterwegs ist, must fast um Leib und Leben bangen.

Der Zustand der Straße wird schon lange bemängelt. Zwischendurch gab es sogar Hoffnung. Denn die Straße steht auf der 2012 vom Kreistag der Seenplatte verabschiedeten Prioritätenliste. Ihre Sanierung wird als sehr wichtig eingeschätzt. Doch, wie sich jetzt einmal wieder zeigt, ist Papier geduldig. Die Prioritätenliste sollte eigentlich zum Jahresende komplett abgearbeitet sein. Zum Teil ist sie das auch. Aber für einige Trassen verschiebt sich die Erneuerung, wie jetzt bekannt wurde.

Betroffen ist nicht nur das rund vier Kilometer lange Stück zwischen Blankensee und Warbende. Auch die An­bindung der Kreisstraße von Dabelow bis zur Landesgrenze soll erst 2016 in gebaut werden. Ebenfalls erst 2018 soll die Trasse zwischen Carwitz und Neuhof erneuert werden. Vom Sägewerk Koldenhof bis zum Abzweig nach Waldsee stehen Bauarbeiten für 2016 im Plan. Das hat Hans-Joachim Conrad, der dem Ausschuss für Wirtschaft und Bau im Kreistag vorsteht, dem Nordkurier bestätigt.

Neue Liste im neuen Jahr

Grund für die Verzögerung ist die schwierige Haushaltslage des Kreises. 35 Prozent der Kosten muss er selbst tragen, wenn die Chance auf Fördermittel bestehen soll. Und nur mit Fördermitteln können Arbeiten auch begonnen werden, machte Bauamtsleiterin Annette Böck-Friese deutlich. Ausschuss-Chef Hans-Joachim Conrad fügt hinzu, dass nur die grund­hafte Erneuerung einer Straße förderfähig sei. Zwar sollen nach einer erwarteten Gesetzesänderung auch Erhaltungsarbeiten gefördert werden. So weit ist es aber noch nicht.

Unbesehen von der noch nicht komplett abgearbeiteten Liste soll im kommenden Jahr mit der Erarbeitung einer neuen Prioritätenliste begonnen werden, erklärte die Bauamtsleiterin. Es sei wichtig, das gesamte Kreisstraßennetz zu betrachten und dabei nicht nur den baulichen Zustand zu begutachten, sondern die Verkehrsbedeutung zu untersuchen. Das bedeute unter anderem, zu bestimmen, welche regionalwirtschaftliche Bedeutung die Straße habe, wie viele Pendler sie nutzen, wie wichtig sie für den Erhalt von Arbeitsplätzen ist. Daraus resultierten dann Abstufungen.

Auf den Einwand von Ausschussmitglied Manfred Schwarz (Die Linke), dass doch jeder Ort gut zu erreichen sein muss, entgegnete Conrad (CDU), dass man auch die demografische Entwicklung im Auge behalten müsse. Einige Entscheidungen würden mit Sicherheit unbequem sein. Trotzdem werde man für kaum frequentierte Straßen nur Mindeststandards einhalten können.