CORONAVIRUS

Masken in Neustrelitz kaufen? Fehlanzeige!

Wer sich jetzt einen Mundschutz besorgen will, hat schlechte Karten. Einfache Masken sind im Handel kaum erhältlich.
Rowena Hoeckberg kann in ihrer Apotheke nur noch mit medizinischen Masken zum stolzen Preis von knapp 12 Euro das Stück a
Rowena Hoeckberg kann in ihrer Apotheke nur noch mit medizinischen Masken zum stolzen Preis von knapp 12 Euro das Stück aushelfen. Die billigeren sind ausverkauft. Eine Lieferung von 1000 Stück wird in der kommenden Woche erwartet. Heike Sommer
Schneiderin Sybille Discher näht seit Tagen nichts anderes als Masken. Sie hat Aufträge noch und nöcher. Firmen
Schneiderin Sybille Discher näht seit Tagen nichts anderes als Masken. Sie hat Aufträge noch und nöcher. Firmen und Privatleute bestellen bei ihr. Heike Sommer
Neustrelitz ·

Die Maskenpflicht gilt ab Montag. Nun wird es allerhöchste Zeit, sich einen Mundschutz zu besorgen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. In vielen Apotheken in Neustrelitz gehen die Masken seit Tagen weg wie frische Semmeln. Mit den Nachbestellungen komme man kaum hinterher, heißt es auf Nachfrage. Oftmals gilt: Wer nicht schon vorbestellt hat, muss sich nun noch mehr gedulden oder sich ebenfalls auf die Warteliste setzen lassen. Ronny Wessel hat es am Freitagnachmittag in der Semmelweis-Apotheke am Markt vergeblich versucht. So wie ihn müssen Rowena Hoeckberg und ihre Kolleginnen immer wieder Kunden vertrösten.

„Die kann man waschen und wieder benutzen”

Drei Mal hieß es in den vergangenen Wochen: total ausverkauft. Dabei ordere die Apotheke keineswegs nur kleine Stückzahlen. „Für die kommende Woche erwarten wir wieder 1000 Masken“, sagt Rowena Hoeckberg. Handelte es sich vor der Krise bei den einfachen Masken – besser benannt als Mund-Nasen-Schutz – um Cent-Artikel, verlangen die Hersteller nun weit mehr als einen Euro pro Stück. „Wenn ich sehe, wie hier ältere Damen jetzt diese überteuerten Produkte kaufen müssen, blutet mir das Herz. Zumal die einfachen Masken nur für 20 Minuten brauchbar sind“, sagt Rowena Hoeckberg. Statt des teuren Mund-Nasen-Schutzes empfiehlt sie den Leuten, selbst genähte Masken zu nehmen. „Die kann man waschen und wieder benutzen“, sagt sie. Seit einigen Tagen hat die Apotheke auch diese Masken im Angebot. Doch dieser Vorrat ist nun aufgebraucht, sodass Ronny Wessel unverrichteter Dinge den Laden verlässt. Es sei denn, er hätte sich für medizinische Masken – zwei Stück für 23,95 – entschieden. „Das ist doch Wahnsinn. Wir sollen Mundschutz anlegen und es gibt keinen zu kaufen, es sei denn, man zahlt horrende Preise“, ärgert er sich.

Seit Tagen näht die Schneiderin Masken

Nur wenige Schritte weiter auf der Strelitzer Straße ist Sybille Discher in ihrer Schneiderei seit Tagen mit nichts anderem beschäftigt, als Mundschutz-Masken zu nähen. Immer wieder kommen Leute in ihren winzigen Laden und fragen, ob sie welche kaufen könnten. Und immer wieder muss sie die Frage verneinen. Sie näht mittlerweile auf Vorbestellung. Gerade arbeitet sie den Auftrag eines Schlachtbetriebes ab. „Heute Vormittag kam ein junger Mann, der wollte 150 Masken haben. Den musste ich abweisen“, sagt sie und zeigt auf ihre Pinnwand. Dort hängen zwölf weitere Bestellzettel: „Es nimmt nicht ab, es wird immer mehr“.

Noch reiche ihr Stoffvorrat. „Aber Gummiband ist kaum noch zu bekommen“, sagt sie. Fünf Euro bekommt sie für jede selbst genähte Maske. Ein fairer Preis. Andere wittern das ganz große Geschäft mit der Maskenpflicht. „Mir hat neulich ein Hersteller medizinische Masken für 18 Euro das Stück angeboten, die haben sonst 7,50 gekostet. So einen Wucher unterstütze ich nicht“, sagt Dana Weinberg von der Husarenapotheke. Über den Apothekengroßhandel seien kaum noch Masken zu bekommen, darum bestelle man mittlerweile direkt bei den Firmen. „Das funktioniert gut. Aber wie überall gibt es da auch mal schwarze Schafe“, fügt sie hinzu.

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Kommentare (2)

Am Wochenende wird Frau Schwesig verfügen, dass jedem Bürger von MV 10 kostenfreie Masken zur Verfügung gestellt werden. Sie finden die Masken am Montag in Ihrem Briefkasten.

Eingenähte Damenbinden sollen auch helfen. Diverse, seriöse Zeitungen berichteten bereits.