:

Mehr als 60 Menschen aus Seenot gerettet

Die Gewässer in der Kleinseenplatte werden oft unterschätzt. Immer wieder kommt es vor, dass Paddler aus Seenot gerettet werden müssen.
Die Gewässer in der Kleinseenplatte werden oft unterschätzt. Immer wieder kommt es vor, dass Paddler aus Seenot gerettet werden müssen.
Almuth Kröger

Bei starkem Wind waren Paddler auf dem Vilzsee komplett überfordert. Rettungskräfte haben sie in Sicherheit gebracht. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

48 Kinder und ihre vier Betreuer auf Kanutour sind am Mittwochabend auf dem Vilzsee bei Diemitz in Seenot geraten und wurden von der Feuerwehr sowie der Wasserwacht gerettet. Die Paddelgruppe war bei starkem Wind mit stürmischen Böen vom Zootzensee auf den Vilzsee gefahren. Dort änderten sich die Windverhältnisse schlagartig. „Die Wellen waren richtig hoch, die Kinder waren komplett überfordert, wurden zum Spielball des Windes. Hinzu kamen Panik, Erschöpfung und Unterkühlung“, beschreibt Einsatzleiterin Anke Krüger die Situation.

See und Ufer gründlich abgesucht

Als die Feuerwehren aus Fleeth, Mirow und Schwarz und die Wasserwacht aus Neustrelitz mit fünf Rettungsbooten und fünf Rettungsfahrzeugen eintrafen, war die Gruppe über mehrere Kilometer über den See verteilt und trieb hilflos umher. Die Rettungskräfte eilten von Kanu zu Kanu und brachten Menschen und Boote nacheinander an den Diemitzer Badestrand. Sie suchten den See und das Ufer gründlich ab, damit niemand übersehen wurde. Bei der Paddelgruppe blieb es dabei nicht, denn sieben weitere Kajakfahrer und die Besatzung eines havarierten Bootes mit abgerissenem Motor benötigten ebenfalls Hilfe. Vier Stunden brauchten die Retter, bis alle sicher an Land und von einem Notarzt untersucht waren. Alle überstanden die dramatische Paddeltour unverletzt.

Rettungshubschrauber war schon startbereit

Anke Krüger appelliert an alle Kindergruppenbetreuer, das Wasserwandern bei Unwetterwarnung unbedingt zu unterlassen. Auch Campingplatzbetreiber und Kanuverleiher müssten die Gäste warnen. Paddelausflüge auf den Seen bei stürmischem Wetter seien „unverantwortlich. Wir können noch so viele Kräfte und Mittel aufbieten – bei grobem Unfug geraten wir an unsere Grenzen.“

Dass niemand verletzt wurde, liege daran, dass genügend Technik zur Verfügung stand und alle Beteiligten sehr gut zusammenarbeiteten. Zur Sicherheit war sogar ein Rettungshubschrauber startbereit, der aber nicht gebraucht wurde. „Bei solchen Einsätzen muss man immer schon Plan B und C im Kopf haben. Dieses Mal hat Plan A zum Glück funktioniert.“