Ortsumgehung

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Minister Pegel will zur Demo nach Mirow kommen

 Auf der Ortsdurchfahrt von Mirow ist zwar für Lkw Tempo 30 vorgeschrieben, dennoch sind die Belastungen für Anwohner hoch. Seit Jahren warten die Mirower auf den Bau der Ortsumgehung.  
Auf der Ortsdurchfahrt von Mirow ist zwar für Lkw Tempo 30 vorgeschrieben, dennoch sind die Belastungen für Anwohner hoch. Seit Jahren warten die Mirower auf den Bau der Ortsumgehung.
Tobias Lemke

Die Mirower Bürgerinitiative wendet sich mit einem Protestbrief an die Landesregierung. Sie will endlich wissen, wann der Bau beginnt.

Auf dem Schreibtisch von Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) wird dieser Tage in Schwerin ein Schreiben aus Mirow landen. Die Bürgerinitiative (BI) zum Bau der Umgehung wendet sich nach der aus ihrer Sicht enttäuschend verlaufenden Info-Veranstaltung der Vorwoche mit einem offenen Brief an den Minister. Zentrale Forderung der Aktivisten bleibt die Angabe eines konkreteren Zeitplans bis zu einem möglichen Baustart.

Über bautechnische und baurechtliche Fragen wurde zwar in der vorigen Woche eine Stunde lang sehr detailreich informiert, leider habe es aber keine Antwort auf die alles entscheidende Gretchenfrage gegeben, heißt es dem Brief. „Welche Zeitschiene verfolgen Sie unabhängig von möglichen neuen Einwänden in den nächsten sechs bis zwölf Monaten und in den Folgejahren?“, lautet die Frage der Mirower an den Minister. BI-Sprecher Marian Lopuszanski erinnert noch mal daran, dass die Frage mehrfach und eindringlich von der gesamten Zuhörerschaft gestellt wurde. Dem Ministerium hätte aus den Vorgesprächen klar sein müssen, dass die „Zeitenfrage“ das zentrale Anliegen aller Bürger sein würde.

Hoffen aufs Ministerwort

Statt einer Antwort sei aber lediglich ein „Schulterzucken und Wegducken“ vom anwesenden Fachreferenten René Müller gekommen. „Es muss vermutet werden, dass Ihren Mitarbeitern ein Auskunftsverbot auferlegt wurde“, heißt es im Brief der BI. Deren Mitstreiter hoffen nun auf ein Wort des Ministers. Nur die mündlich, schon oftmals gehörte Aussage, dass Mirows Ortsumgehung Priorität genieße, finanziell gesichert sei und die BI maßgeblich Anteil daran habe, reiche den Bürgern nicht aus. Zudem fordern die Mirower einen festen Ansprechpartner für den Informationsaustausch. Das Schreiben endet mit einer Einladung des Ministers zur nächsten Demo. Diese werde nicht wie ursprünglich angekündigt im Mai, sondern erst am ersten Donnerstag im Juni stattfinden, so Lopuszanski.

Besuch vielleicht im Juli

Derweil hat auch BI-Mitglied und Landtagsabgeordneter Torsten Koplin (Die Linke), wie beim Info-Abend angekündigt, das Gespräch mit Pegel gesucht. „Der Minister will nach Mirow zur Demo kommen“, kann Koplin verkünden. Aus terminlichen Gründen sei das jedoch noch nicht im Juni möglich. Aller Voraussicht nach könnte es aber zum Termin im Juli klappen, so Koplin. Er kann einerseits verstehen, dass das Verkehrsministerium keine falschen Hoffnungen wecken wolle, sagt aber auch, dass die Menschen in Mirow eine Orientierung brauchen. Seitens des Ministeriums wird von der Pressestelle bestätigt, dass dem Minister eine Einladung zur Demo vorliege und Gespräche geführt werden, um einen passenden Termin zu finden.

Kürzlich hatte die BI zu einem Info-Abend zum Stand der Planungen in Sachen Umgehungsstraße nach Mirow eingeladen. Neben Vertretern von der Planungsbehörde, dem Straßenbauamt Neustrelitz, und dem Verkehrsministerium waren rund 100 Bürger gekommen.