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Mirow hat bislang nur den Not-Winterdienst

„Winterdienst“ steht auf dem Einsatzfahrzeug. In Mirow gibt es noch keinen Vertrag mit einem Unternehmen, das diesen übernehmen möchte (Symbolbild)
„Winterdienst“ steht auf dem Einsatzfahrzeug. In Mirow gibt es noch keinen Vertrag mit einem Unternehmen, das diesen übernehmen möchte (Symbolbild)
Daniel Karmann

Drei Mal ausgeschrieben – drei Mal Fehlanzeige. Die Stadt Mirow sucht dringend einen Winterdienst, aber keiner will den Job übernehmen.

Von Eis und Schnee blieb Mecklenburg-Strelitz bisher noch verschont. In Mirow wird der Wintereinbruch, wenn er uns doch ereilen sollte, wohl zum Härtetest werden. Denn die Kommune hat derzeit nur einen Not-Winterdienst, der in abgespeckter Form arbeitet.

„Es will schlichtweg keiner machen“, bedauert Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP). Drei Mal habe die Stadt die Leistung ausgeschrieben, nur ein einziges Angebot sei dabei eingegangen, welches jedoch jenseits von Gut und Böse gewesen sei. „Es war viel zu teuer“, sagt Schmettau. Der Plan sehe nun vor, noch mal eine neue, die vierte Ausschreibung des Winterdienstes für Mirows öffentliche Wege, Plätze und Gemeindestraßen vorzunehmen. Ob es dieses Mal klappt, ist jedoch fraglich.

Komplett-Pakett nicht mehr

Dass Mirow komplett im Schnee versinkt, steht aber nicht zu befürchten. Es gebe einen Not-Winterdienst, erklärt Schmettau. Dieser werde durch den bisherigen Auftragnehmer abgedeckt, einem Landwirtschaftsbetrieb aus der Nachbargemeinde. Den kompletten Winterdienst wolle sich der Betrieb aber eben nicht mehr aufhalsen. „Not-Dienst heißt, dass dann nur die dringlichsten Stellen, zum Beispiel an Fußgängerüberwegen oder vor der Schule, freigeräumt werden“, sagt das Stadtoberhaupt. Wenn es nur mal ein bisschen vom Himmel „fusselt“ und auf Nebenwegen müssen die Bürger damit rechnen, dass der Schnee liegen bleibe.

Probleme gibt es auch bei Handwerker-Leistungen

Dass die öffentliche Hand zunehmend Probleme hat, Firmen für ausgeschriebene Aufträge an Land zu ziehen, ist dabei keine Seltenheit. „Das kommt inzwischen ja bei vielen Sachen vor. Ähnlich sieht es zum Beispiel bei Handwerkerleistungen aus“, erklärt Schmettau. So haben die Firmen meist keine freien Kapazitäten mehr beziehungsweise sie finden nicht genügend Mitarbeiter.

Wenn dann mal ein Angebot abgegeben wird, dann sei es sehr teuer. Mehr als Ausschreibungen könne die Kommune aber nicht machen. Oder aber die Stadt selbst müsse ran, sprich einen eigenen Winterdienst aufbauen. „Das widerstrebt mir als Liberaler aber. Aufgaben, die die freie Wirtschaft erledigen kann, müssen nicht bei der öffentlichen Hand landen“, sagt Schmettau.