MUSIK TROTZ CORONAVIRUS

▶ Mirower Feuerwehr-Band kommt übers Internet zu den Fans

Das Coronavirus kann den Mirower Feuerwehrmusikzug nicht am Musizieren hindern. Wenn keine Konzerte möglich sind, gehen die Musiker eben neue Wege. Die Aktion fand großen Zuspruch, es gab aber auch kritische Töne.
Der Mirower Feuerwehrmusikzug gab am Sonnabend auf der Schlossinsel ein Ständchen. Die Zuschauer waren live dabei, allerd
Der Mirower Feuerwehrmusikzug gab am Sonnabend auf der Schlossinsel ein Ständchen. Die Zuschauer waren live dabei, allerdings vor Bildschirmen. Susanne Böhm
Mirows Feuerwehrchef Ingo Mahnke
Mirows Feuerwehrchef Ingo Mahnke Susanne Böhm
Mirow ·

Der Mirower Feuerwehrmusikzug geht neue Wege. Weil sich wegen der Corona-Pandemie zur Zeit keine größeren Menschenmengen zu einem Konzert versammeln dürfen, gehen die Blasmusiker eben zu den Menschen. In Echtzeit-Übertragung über das Internet hat das Ensemble am Sonnabend seinen Fans ein Ständchen geboten. Mehr als 2250 mal war das Online-Konzert auf der Facebook-Seite des Vereins bis zum Sonntagnachmittag aufgerufen worden. Das Ganze funktionierte so:

Die Musiker nahmen um 14 Uhr zwischen dem Mirower Schloss und dem 3 Königinnen Palais Aufstellung, eine Handy-Kamera wurde in Position gebracht, Vereinsvorsitzender Jörg Rennoch hielt eine kurze Rede und dann spielte die Gruppe die Europahymne, das Lied Die alten Kameraden und das Mecklenburger Heimatlied. Feuerwehrleute im ganzen Land waren zuvor via Internet über die Aktion informiert worden. Viele schauten live vor Computer-, Handy- oder anderen Bildschirmen zu. Wer den Auftritt in Realzeit verpasst hat, kann ihn auch weiterhin auf der Seite des Musikzugs sehen. Der Nordkurier hatte die Veranstaltung nicht angekündigt, denn aus Sicherheitsgründen sollten sich nicht zu viele Leute auf der Schlossinsel versammeln. Applaus gab es von einigen Spaziergängern, die zufällig vorbeigekommen waren.

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Dank an Kameraden im Einsatz

„Dies ist ein Dankeschön für alle Kameraden, die trotz Corona weiter im Einsatz sind, obwohl sich die Sicherheitsregeln im Ernstfall oft nicht einhalten lassen“, sagte Jörg Rennoch. Normalerweise werde den Rettungskräften am St. Florians-Tag im Mai bei einer größeren Veranstaltung gedankt, doch diese sei in diesem Jahr ausgefallen. Darum habe man den neuen Weg gewählt.

Kritik am Alarmierungssystem

Unter das Publikum vor Ort hatte sich Mirows Feuerwehrchef Ingo Mahnke gemischt. „Das bringt wieder etwas Leben in den tristen Alltag“, sagte er. „Ich freue mich, dass Mirow einen der besten Klangkörper im Landkreis hat.“ Der Wehrführer schlug aber auch kritische Töne an. Gerade in der Corona-Krise mache sich eine schon länger umstrittene Neuregelung beim Alarmierungssystem besonders negativ bemerkbar. Seit einiger Zeit nämlich würden bei einem Einsatz zuerst die Sirenen heulen, bevor die Pieper loslegen. Bei den Sirenen wisse die Wehrleitung nur, dass etwas passiert ist, nicht was. Details würden erst über die Funkmeldeempfänger nachgeliefert – und das könne dauern.

„Wir haben Zeitverzögerungen bis zu 70 Sekunden, das ist eine Ewigkeit. Weil wir so spät erfahren, wie viele Leute gebraucht werden, passiert es, dass 17 Mann bei einer Not-Türöffnung erscheinen, obwohl zwei gereicht hätten. Das ist gerade wegen der Ansteckungsgefahr sehr ärgerlich und nicht nachvollziehbar.“ Hier müsse dringend nachjustiert werden, denn das neue Verfahren sei sinnlos und nicht zu verantworten.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Mirow

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