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Umbau

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Mirower Torhaus wird für 1,47 Millionen Euro saniert

Die Umfahrung ums Mirower Torhaus (links) wurde bereits im vorigen Jahr saniert. Ab dem kommenden Frühjahr ist dann das Gebäude mit der markanten Tordurchfahrt an der Reihe.    
Die Umfahrung ums Mirower Torhaus (links) wurde bereits im vorigen Jahr saniert. Ab dem kommenden Frühjahr ist dann das Gebäude mit der markanten Tordurchfahrt an der Reihe.
Tobias Lemke

Der erste Eindruck zählt. Damit dieser auch auf Mirows Schlossinsel stimmig ist, wird ab dem kommenden Jahr der Zugang zur Insel – das Torhaus – saniert.

Der Bau-Marathon auf Mirows Schlossinsel ist noch nicht im Ziel angekommen. Nach der Sanierung von Schloss, Allee, Kirchturm, Fürstengruft und aktuell dem Kirchenumfeld ist demnächst noch das Torhaus dran. Das Land will den Denkmalbau direkt am Eingang zur Insel möglichst ab Frühjahr 2019 sanieren. Das teilt Claudia Henning, Baudezernentin vom zuständigen Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) Mecklenburg-Vorpommern, mit.

Demnach sehe die geplante Gestaltung des Torhauses neben der Sanierung der Gebäudehülle auch den Ausbau des Erdgeschosses und der Etage unter dem Dach vor. Unten soll ein Besucherbereich für die Museumspädagogik entstehen. Das Dachgeschoss ist für eine Nutzung als Büro vorgesehen. Die Wohnung in der Zwischenetage bleibt bestehen. Teeküche und WC im Torhaus werden zudem erhalten, müssen aber umgebaut werden. Aus Platzgründen und aus Gründen des Denkmalschutzes wird es jedoch keine barrierefreie Besuchertoilette geben. Diese seien aber an verschiedenen anderen Stellen auf der Schlossinsel zu finden.

Museumspädagogik zieht mit ein

Zwar können im Schloss das Foyer sowie der Fest- und der Gartensaal für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden, ein Platz oder ein Raum für die Museumspädagogik ist bislang aber nicht vorhanden. Das Angebot soll daher ins Torhaus einziehen. Dort können dann zum Beispiel Besuchergruppen empfangen werden oder Schulklassen nähere Infos übers Schloss erhalten.

Was die Sanierung der Fassade betrifft, so gehe es dabei insbesondere um die Erhaltung und Wiederherstellung des originalen Farbputzes. Derzeit habe das Torhaus nämlich einen falschen Anstrich, sagt Henning. Mitte der 1990er Jahre wurde ein Dispersionsanstrich aufgetragen, der nicht denkmalkonform und inzwischen auch beschädigt sei. Zudem wird der über dem Dach abgebrochene Schornstein in seiner ursprünglichen, aus historischen Abbildungen rekonstruierten Form wieder aufgemauert.

Reste der Wallanlagen sind sogar noch vorhanden

„Wir hoffen auf eine Fertigstellung bis zum Frühjahr 2020“, sagt Henning. Da der Hauptteil der Arbeiten, die Sanierung der Fassade betrifft, sei die Bauzeit jedoch von der Witterung abhängig. Derzeit würden die Ausschreibungen zur Vergabe der Bauleistungen erfolgen. Für das Sanierungsvorhaben hat der BBL 1,47 Millionen Euro Baukosten veranschlagt.

Das Torhaus auf der Schlossinsel gilt als ältester erhaltener Profanbau und als ein Wahrzeichen der Stadt Mirow. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde zusammen mit einem Befestigungssystem im 16. Jahrhundert erbaut. Reste der Wallanlagen sind noch heute vorhanden. Das Landeswappen an der Fassade erhielt das Torhaus 1588 unter Herzog Karl zu Mecklenburg.