SCHLECHTER ZUSTAND

Mit Frust statt Lust durchs gelbe Eck

Was gibt es Schöneres als an einem sonnigen Maitag ins Grüne zu ziehen. In Neustrelitz eigentlich kein Problem. Eigentlich. Aber auf der Rundtour durch die Schlosskoppel kann ein Ausflug mehr Ärger als Erholung bringen.
Hier geht es nicht mehr weiter. Die Liebesinsel im Zierker See ist zu Fuß nicht mehr zu erreichen. Zum Leidwesen von Wolfgang Panzer und anderen Spaziergängern in der Stadtkoppel.
Hier geht es nicht mehr weiter. Die Liebesinsel im Zierker See ist zu Fuß nicht mehr zu erreichen. Zum Leidwesen von Wolfgang Panzer und anderen Spaziergängern in der Stadtkoppel. Heike Sommer
Der Franzosensteg hat seit einigen Jahren ausgedient.
Der Franzosensteg hat seit einigen Jahren ausgedient. Heike Sommer
Traurige Reste einer Informationstafel.
Traurige Reste einer Informationstafel. Heike Sommer
Das war mal ein Fahrradständer.
Das war mal ein Fahrradständer. Heike Sommer
Die Infotafel am Eingang der Schlosskoppel weckt Erwartungen, die sich beim Rundgang nicht erfüllen.
Die Infotafel am Eingang der Schlosskoppel weckt Erwartungen, die sich beim Rundgang nicht erfüllen. Heike Sommer
Wie lange hält diese Brücke wohl noch?
Wie lange hält diese Brücke wohl noch? Heike Sommer
Neustrelitz.

Ins gelbe Eck ist Wolfgang Panzer schon seit einigen Jahren nicht mehr gegangen. Entsprechend groß war die Vorfreude auf die zwei Kilometer lange Rundtour durch die Neustrelitzer Schlosskoppel. Doch das Hochgefühl verließ den passionierten Wanderer schon nach kurzer Wegstrecke. „Wie sieht‘s denn hier aus“, fragte er sich verwundert angesichts der zerfahrenen Wege.

Das Schild am Eingang zur Schlosskoppel weckt andere Erwartungen. Hier ist der Rundweg, den Wolfgang Panzer eingeschlagen hat, gelb markiert – darum seine Bezeichnung „gelbes Eck“. Darüber hinaus wird der Besucher informiert, dass Hofmarschall von Hobe diese Parkanlage Anfang des 19. Jahrhunderts mit in- und ausländischen Gehölzen im Auftrag des Herzogs gestaltete.

Steg-Neubau kostet Zehntausende Euro

Mehrere Sehenswürdigkeiten sind auf der Karte farbig markiert. Doch wer sich auf den Weg macht, wird mehr als enttäuscht. Von Hinweisschildern keine Spur mehr, sodass man nur raten kann, was beispielsweise die bemoosten Fundamente auf einer kleinen Anhöhe darstellen könnten.

Angesichts der morschen Reste ist Wolfgang Panzer drauf und dran die Tour abzubrechen. Die Überreste einer Informationstafel verrotten im flachen Wasser hinter dem Eingangsportal. „Das macht mich richtig wütend. Der Franzosensteg war eine wirkliche Attraktion und der einzige Zugang durchs Bruch zum Seeufer“, sagt er. Der Steg ist unzugänglich, die Liebesinsel, auf die er führt, unerreichbar. Dass die Insel jemals wieder zu Fuß zu erreichen ist, daran wird sich so schnell nichts ändern. Denn die Stadt will kein Geld für die Erneuerung des Stegs ausgeben. Ein Neubau würde immerhin 60.000 Euro kosten.

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